20.08.2010, 23:38 Uhr
Samuel Gawith | Scotch Cut Mixture


Von der Namensgebung her kommt er attraktiv daher und ist vorgeblich nach alter Methode (Scotch Cut) hergestellt. Aber irgendwie hatte ich von Anbeginn an ein getrübtes Verhältnis zur neuen Samuel Gawith Mixture: bei Scotch Cut bin ich - warum auch immer - von einem Flake ausgegangen und habe doch glatt den Zusatz „Mixture“ übersehen. Und Scottish stand bisher bei mir für die durchweg ungeliebten hocharomatischen Flavours, meistens naturfern. Und gleich ein weiteres mal danebengelegen: also weder Flake noch ein Aromat.



Knochentrocken mit kaum merklichen Duft kommt die relativ feingeschnittene -wenn die Ursache nicht die SG-typischen Chargen-(Schnitt) Schwankungen waren- Mischung daher: Burley und ein feinheller Virgina, ein guter Anteil Latakia und als vermeintlicher Clou ein Dark Fired (Kentucky?), der nach dem Black Cavendish Verfahren* behandelt wurde.

Der SG Scotch Cut hatte in der frisch geöffneten Dose eine ideale Konsistenz, lässt sich als Mischung leicht füllen. Da die Tabakkomponenten fast im gleichen Verhältnis vermischt wurden, brennt er sofort und sehr gleichmässig.

Und dann die Überraschung: er riecht weder beim Anzünden noch beim weiteren Brand, ist als Raumnote nicht feststellbar. Was ja vielleicht zu manchen Gelegenheiten ein durchaus wünschenswerter Effekt sein könnte, wenn er nicht gleichsam mit einer ebensolchen, ausgesuchten Geschmacklosigkeit daherkäme. Jawohl, der Tabak glimmt schön in der Pfeife, aber was man da raucht, hat sich mir nicht erschlossen. Ich habe selten eine solche geschmacksblasse Mischung vorgefunden und lege diesen Tabak unter „schönes Etikett“ ab.


Wer zu einem ähnlichen Ergebnis kommt, dem empfehle ich den Squadron Leader oder die Pfeifen Huber Smoking Mixture – beide aus gleichem Haus oder den Butera Pelican. Das schafft dann richtige Zufriedenheit.

Übrigens: nicht über die Steuernummer wundern, die SG Scotch Cut Mixture wird nicht von K & K sondern von SG hergestellt, K&K fungiert nur als Importeur.

50 g Rechteck Dose 12€

Nachtrag 03.10.2010:
Meine Beurteilung ist teilweise auf krasse Ablehnung gestossen, für manchen Raucher ist dieser Tabak eine Offenbarung. Deshalb habe ich noch einmal einige Pfeifenfüllungen (5!) geraucht - und wiederum komme ich zum gleichen Ergebnis. Auch wenn die verwendeten Komponenten von hervorragender Qualität sind, was unbestritten bleibt, die Mischung bringt das für mich nicht zum Ausdruck.


*Black Cavendish Verfahren: Tabak (das können verschiedene Sorten sein) werden zunächst mit Wasserdampf belegt, eventuell werden Zucker und Aromastoffe zugesetzt und der Tabak gepresst, geröstet und anschliessend geschnitten: beim Bulls Eye Flake wird er z.B. als Curly geschnitten, bei der SG Scotch Cut Mixture in gleicher Länge und Breite wie die anderen 3 Komponenten.


Bulls Eye Flake mit Black Cavendish-Kern


Bodo Falkenried
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