16.09.2010, 14:55 Uhr
MacBaren | Mixture Flake

An der legendären-mittlerweile über 50 Jahre alten- MacBaren Mixture ist wohl bisher kaum ein Tabakeleve vorbeigekommen und vielfach verlief der Weg dann von dort zum Norwood und zu den zahlreichen Gepressten und Geflochtenen des dänischen Herstellers. Selbst heute, nach Äonen von Latakia und Oriental Genüssen, greife ich immer mal wieder in das "MacBaren Lager", in dem sich der Latakia und der Club Blend, Dark Twist, Roll Cake und Norwood fein nach Kaufdatum gestapelt betrachten lassen. Wie den nach langer Vergessenheit gottlob wiederentdeckten Stockton - (Rezension hier oder im Portal) haben alle eines gemeinsam: sie bestehen aus besonders hochqualitativen Tabakkompoenten und ich rauche sie ausschließlich gebacken.

Nachdem Pfeifen Hubers Jens Meyer in thomasungläubiger Manier bezweifelte, das man die Mixture in der Mixture Flake Variante durch ihre angeblich schwere Süße rauchen kann und das vergangene Wochenende wegen einer frisch eingetroffenen Escudo Ladung ohnehin zur Backnacht wurde, ließ ich kurzerhand eine Dose Mixture Flake mitbacken. Das Ergebnis kannte ich bereits, aber es wird hier folgend beschrieben. Natürlich soll dieses Review als Empfehlung zur Nachahmnung betrachtet werden.

Nacht des langen Backen


Die Basis: Goldgelbe Virginias und kräftige Burleys sowie ein erstklassiger Cavendish ( getrockneter Burley wird mit heißem Wasserdampf und anschliessendem Druck einem zusätzlichen Reifeprozeß zugeführt). Das war`s auch schon, sieht man davon ab, dass MacBaren nach eigenen Angaben 35 verschiedene Tabake für den Mixture Flake verwendet. Über die jeweiligen Mengen der einzelnen Sorten sowie das Mischungsverhältns mag ich gar nicht nachdenken. Muß ich auch nicht. Würde er mir nicht schmecken, wäre das eine überflüssige Information, da er mir von Zeit zu Zeit schmeckt, ebenfalls.

Im Backofen verblieb er etwas über 5 Stunden, konstante 85 ° C, auskühlen lassen. Rechteckdosen öffnen sich meistens und anders als Runddosen verschliessen sie sich nicht immer vakuumiert. Der Tabak ist wenig dunkler geworden und unverändert perfekt konditioniert.

Im Vergleich zu Samuel Gawith, die nach über 210 Jahren Tabakproduktion vielfach immer noch keine konstante Flakequalität und keinen gleichbleibenden Schnitt zustandebringen, ist der Mixture Flake ein Augenschmauß. Die verschiedenen Tabaksorten zeigen sich in feiner Mengenverteilung mit absolut glatter Oberfläche - und das bei allen Flakescheiben, die außerdem eine perfekte Stärke (Dicke) aufweisen.



Der Duft ist -anders als beim Original- zurückhaltend und nur noch leicht süßlich, es überwiegt ein fast naturreines Virginia-Stroh. Kann das sein ? Kein Topflavour, kein Casing ? Keine MB Mixture Bombe, bei deren Genuß man den Tee ohne Kandis trinken muß ?



Mit der einzig wahren Knick & Falt Methode wird eine 1975er Bang befüllt, sie hat derlei Eskapaden bereits hinter sich. Zwei Flakescheiben nimmt sie auf und ist damit reichlich dreiviertel voll. Anfeuern, 2-3 Züge, leicht andrücken, wieder anfeuern und fertig ist die Geschichte über den gebackenen MB Mixture Flake.

Duo Delicioso - Mixture Flake und Bang


Ach so, das hätte ich jetzt fast vergessen: langsam glimmt er, bleibt relativ kühl im Rauch und im Gaumen, hat keine Geschmacksspitzen mehr, eine gleichbleibende Geschmacksdecke, bis zum weißen Ascherest. Vorausgesetzt, man ist kein Volldampfraucher.

Kein Tabak für alle Tage, aber ein wundervoller Flake, der den alltäglichen Latakia- und Orientalgenuß ab und zu vollendet bereichern kann. Wer das nicht mag, für den gibt es ja immer noch Rum and Maple und Indigo. Rolling Eyes

MacBaren Mixture Flake
100gr Rechtdose 16 €


Hamish Fontleroy
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