16.09.2010, 15:53 Uhr
Pfeifen Huber München | die besondere Institution

Der junge Mann betrat den gediegen und hochfein eingerichteten Verkaufsraum, sichtlich beeindruckt vom Interieur, von der Atmosphäre. Zahlreiche Kunden hatten sich vor ihm eingefunden, interessiert an der großen Auswahl von Tabak, von Pfeifen, für den begehbaren Humidor. Sein Wunsch allerdings waren lediglich einige leere Zigarrenkisten. Hätte er nach einer Dunhill, einer Former, der neuesten Bang, Paul Becker, Stanwell, Peterson, Castello oder den ausgesuchten Huber Nobleman-, Private Collection- oder Jahrespfeifen gefragt- er wäre nicht vorzüglicher bedient worden. Überaus freundlich wurde seinem Wunsch entsprochen und mit zahlreichen, einzeln in schönem Papier eingewickelten, leeren Zigarrenkästchen - nach deren geplanter neuen Verwendung nicht einmal gefragt wurde - verließ er den Genußtempel. Wir sind bei Pfeifen Huber in München.



In Preußen regierte König Wilhelm I. (1861-1888), der spätere, gleichnamige Kaiser (ab 1871), Bismarck war preussischer Ministerpräsident (1862-1890) und unter Königin Victoria (1837-1901] erblühte das Britische Empire. In diese Zeit fällt 1863 die Gründung der Unternehmung durch Johann Nepomuk Huber, den Urgroßvater der heutigen Pfeifen- und Tabakikone Georg Huber, im Tal 22 in München, damals wie heute eine der besten Geschäftslagen der Stadt. Somit dürfte Huber in Deutschland das einzige Unternehmen seiner Art sein, das als Untertan eines Königs, nämlich Maximilans II., dem Vater von Ludwig II., begonnen hat. Und somit immerhin die Regierungszeiten von vier bayerischen Königen (Franz Josef Strauss mitgezählt) und zwei deutschen Kaisern miterlebt hat.

Gottseidank folgen wir nicht der amerikanischen, protzigen Namensunsitte: ansonsten würde hinter dem Namen des heutigen Inhabers eine römische III stehen. Das in der vierten Generation geführte Traditionsunternehmen - im magischen Münchner Dreieck Marienplatz, Viktualienmarkt und Platzl (Hofbräuhaus) gelegen – ist Generationen von Pfeifen- und Cigarrenliebhabern zur ultimativen Bezugsquelle für diese Leidenschaften geworden. Ein Begriff über die Grenzen der bayerischen Hauptstadt hinaus. Institution wie nur wenige.



Das Schicksal ist dem Haus und somit den Tabak- und Pfeifenrauchern auch während der letzten Kriegswirren gewogen geblieben, das Geschäftshaus wurde nur geringfügig beschädigt, und ein Teil der schönen Inneneinrichtung stammt sogar noch aus dem Jahre 1905, in dem der Sohn des Gründers – Georg Huber I – das Geschäft übernahm und zum ausschließlichen Pfeifen- und Tabakgeschäft umwandelte. Drechslerwaren, Regenschirme wurden aus dem Sortiment genommen– so wie unter dem jetzigen Georg Huber, der 1971 den Vater Georg Huber II ablöste, gottlob keine Zigaretten, Zeitschriften oder gar Streifenkarten erhältlich sind.



Wir können heute nur ahnen, was unsere genußrauchenden Vorderen mit Huber verbunden hat. Aber vor einem Erfahrungshintergrund von einiges über 35 Jahren als Kunde dieses Hauses darf unser zeitnahes Zeugnis schon etwas an Geltung beanspruchen. Huber ist die gelungene Symbiose aus dem Angebot und den Menschen, die es dem Kunden nahebringen. Verkaufen. Die qualifiziert beraten. Die das Gefühl vermitteln, dass man "seinen Laden" betritt. Stammkundenanteil gute 60% ! Das sagt vieles aus über Philosophie und Kultur des Fachhändlers. Apropos Fachhändler.

Jens Meyer unterstützt den unverändert aktiven Inhaber und spiritus rector Georg Huber als Geschäftsleiter und ihm gelingt es, auf der Grundlage eines enormen Branchen- und Fachwissens dem hohen Qualitäts- und Kompetenzanspruch zu folgen, hochangesetzt die Meßlatte durch Georg Huber selbst und – immer noch nachwirkend - dem seit einigen Jahren im Ruhestand befindlichen Herrn Forstner, der immer mal wieder für einen Tag im Tal anzutreffen ist und dann mit seinem unglaublichen Wissen zu überraschen weiß. Sehr zur Freude derjenigen, die sich ihm schon immer anvertraut hatten. Tradition par excellence. Gäbe es einen Wohlfühlindex für Tabak- und Pfeifenhändler, Huber zählte zu den Namen, die ihn anführen würden.


Georg Huber - spiritus rector des Traditionsunternehmens - in der vierten Generation

Mit Kritik halten wir nicht zurück, dazu sind wir zu betroffen, nicht anonym genug. Eine Zäsur gab es einmal in der neueren Geschichte des Hauses Huber, aus unserer (Kunden)-Sicht. Als Herr Forstner sich verdientermaßen nur noch seinem Privatleben zu widmen begann, büßte Huber vorübergehend etwas von seinem Firmengeist ein. Die Ansprache wurde eine andere, das Vertraute verlor sich, das Personal wechselte. Ganz anders heute.

Mit Jens Meyer und seinen Mitarbeitern fühlen wir wieder die Huber-Tradition. Als Kunde aufmerksam, aber unaufdringlich angesprochen, nicht der Verkauf steht augenscheinlich im Vordergrund, sondern die Erfüllung des Kundenwunsches, und seien es –q.e.d.- ein paar leere Zigarrenkistchen. Das hat schon etwas britisches, wenn man denn der Insel zubilligen will, hier zuweilen ein Maßstab zu sein.

Allerdings: stände nicht der kommerzielle Erfolg, kann ein solch hoher Standard in der Präsentation und eine solch hohe, durchgängige Qualifikation bei den Mitarbeitern nicht gehalten werden. Und auch da zeigt sich, wie umsichtig und gekonnt Georg Huber und das Team um Jens Meyer das Unternehmen führen und mit Leben füllen. In einer Zeit, in der der Fachhandel merklich schrumpft und vielfach an seiner eigenen Ideenlosigkeit krankt, in der kein Verband, keine Standesorganisation sinnvolle Hilfestellung gibt, in der die Politik nur noch Chaos in die Raucherwelt bläst und sich die Rechtsprechung jenseits der Realität bewegt, ist echtes Unternehmertum gefordert. Bei Pfeifen Huber ist dieses gelebte Tradition. Immerhin seit 1863.



Einige Forianer aus der freitäglichen Stehrunde bei Pfeifen Huber, ganz rechts Geschäftsleiter Jens Meyer

Pum: Unter dem jetzigen Inhaber ist Pfeifen Huber auch vor allem wegen seiner interessanten und alle Geschmacksrichtungen bedienenden Tabakauswahl weit über Bayern`s Grenzen hinaus zu einem Begriff geworden. Auch viele unserer österreichischen Forumfreunde bestellen regelmäßig bei Ihnen, und in dem uns eng verbundenen Singapore Pipe & Cigar Club zählen der Huber Balkan und die Nobleman Smoking Mixture zu den Allzeitfavoriten. Was hat Pfeifen Huber da richtig gemacht ?

Jens Meyer: Neben diesem großen Tabakwarenangebot und dem sinnvollen Zubehör liegt die Spezialität in den Mischungen des Hauses. Georg Huber widmet sich diesem Thema unermüdlich und überrascht immer wieder mit ausgezeichneten Kompositionen. Wir sehen uns da hinsichtlich der Qualität der verwendeten Tabake und der Kunstfertigkeit beim Blenden mit wenigen anderen Anbietern durchaus in einer führenden Position, sind doch unsere Tabake unikate Huber Produkte und nur bei uns erhältlich. Auf den Mischungen liegt unser besonderes Augenmerk, immer wieder werden neue Mischungen getestet, es wird diskutiert. Wir hören den Kunden aufmerksam zu, denn die meisten sind langjährige Tabakspezialisten oder auf dem Weg dorthin. Das hilft uns ungemein, damit wir nicht am „Geschmack“ vorbei entwickeln. Aber wie bei allem Kreativen, wird auch bei unserem Tabakdesign so manche Idee wieder verworfen.

Pum: Was sind denn die Tabakrenner im Tal ? Und man muß mittlerweile hinzufügen: im Onlineshop?

Jens Meyer: Am absatzstärksten sind die aromatischen Linien, an erster Stelle Vanille als Aromaträger. Das ist unverändert die Lieblingsnote der Raucher. Ich weiß, dass dieses hier im Forum anders ist, aber es muss objektiv erwähnt werden, dass ein Forum mit fast 300 Mitgliedern ja nur einen kleinen und besonderen Anteil am Tabakgeschehen hat und nur bedingt repräsentativ sein kann. Sie bevorzugen unser breit aufgestelltes Sortiment an Englischen Richtungen - mit und ohne Latakia - sowie eine vor kurzem komplettierte klassische Virginia-Linie. Damit bieten wir ein sehr abgerundetes Programm, bei dem sogar zwei englische Tabake aus der Nobleman Reihe exklusiv von der ältesten noch existierenden englischen Tabakfabrik für das Haus Huber gefertigt werden.

Pum: Was Sie für den Tabak durch die eigenen Sorten an Alleinstellungsmerkmalen geschaffen haben, läßt sich beim „Holz“ natürlich nicht so leicht anwenden. Da zählt doch vielfach vorrangig der Name des Pfeifenmachers oder des industriellen Herstellers, um Interesse zu wecken ?

Jens Meyer: Unser Pfeifensortiment besteht aus einer umfassenden und großen Auswahl, wir führen alle bedeutenden Marken. Besonders stolz sind wir über das ausgesuchte Angebot an Castello Pfeifen, Kunden kommen deshalb sogar von weit her zu uns. Wir führen Former, Bentley, Stanwell, Peterson, Savinelli und zahlreiche andere Hersteller, wobei im oberen Preisbereich Dunhill, Poul Winslow , Bang und Paul Becker zu den meistverkauften Pfeifen zählen.

Pum: Seit Jahren sind die Huber Jahrespfeifen und die Nobleman-Reihe begehrt und ziemlich schnell vergriffen, Classic und neuerdings Private Collection bestehen zugegebenerweise aus interessanten Modellen, überblickt das denn der Kunde überhaupt noch ?

Jens Meyer: Die Huber Jahrespfeifen sind in der Tat als Besonderheit zu sehen. Jedes Jahr bringen wir zwei streng limitierte Pfeifen heraus, eine Jahrespfeife und die „Nobleman“. Natürlich freut es uns, dass die Jahrespfeifen begehrte Sammlerobjekte sind, aber in erster Linie sind sie von Qualität, Ausführung und Form her perfekte Rauchgeräte. Die 2010er Jahrespfeife ist eine klassische 9 mm-Standup Pfeife in zwei Variationen, jeweils mit Applikation aus Sterling Silber und handgeschnittenem Acrylmundstück: glatt oder handrustiziert. Die Auflage ist auf je 30 Stück begrenzt und sie sind ab sofort erhältlich.


Pfeifen Huber Jahrespfeife 2010, glatt der handrustiziert -limitiert auf 30 Stück


Nobleman 2010 - sandgestrahlt, 9 mm Filter, limitierte Stückzahl


Die neue Pfeifen Huber Private Collection,Topp-Pfeifen zu einem hervorragenden Preis

Pum: Eine im Forum immer wieder diskutierte Frage ist die nach der Verwendung von Filtern. Können Sie sagen, welchen Anteil bei Ihnen im Verkauf die filterlosen Pfeifen haben ?

Jens Meyer: Korrekterweise möchte ich nicht von filterlosen sondern von Pfeifen mit Normalbohrung sprechen. Selbstverständlich bieten wir beide Varianten an. Allerdings – da wird sich so manch einer wundern – liegt der Anteil am Gesamtverkauf bei vielleicht 2-3%. Es ist schon erstaunlich: Markenartikel aus anderen Branchen mit einem so geringen Marktanteil wären längst aus dem Programm genommen. Was mir aber immer wieder auffällt, diese Minderheit unter den Pfeifenrauchern zeichnet sich vielfach durch eine besondere Wissbegierigkeit, aber auch durch ein hohes Fachwissen aus.

Pum: Viele Fachhändler gehören Einkaufs- oder Händlergemeinschaften an, um eine bessere Marktdurchdringung zu erzielen. Ist Pfeifen Huber der einzige Solitär unter den führenden Fachgeschäften ?

Jens Meyer: Keineswegs, auch wir nutzen zusätzlich zu unserer eigenen Produktstrategie die Vorteile eines solchen Verbundes und gehören der Händlergemeinschaft um die John Aylesbury Gruppe an, die mit eigenen Tabakwaren, Cigarren- und Pfeifen immerhin u.a. die 50 bekanntesten Händler in Deutschland versorgen. Die Vorteile liegen auf beiden Seiten der Verkaufstheke: der Kunde findet ein abgestimmtes, hochwertiges Angebot zu sehr guten Preisen und mit einer ausgezeichneten bundesweiten Verfügbarkeit. Und wir erhalten die entsprechenden Einkaufs- und Marketingvorteile, die wir im Fachhandel auch für diese Marktsegmente benötigen. Neudeutsch nennt man so etwas wohl win-win Situation, hier eigentlich eine triple-win Situation, bei der Hersteller, Fachhandel und Verbraucher zufrieden sein können.

Pum: Zigaretten sucht der Kunde vergebens bei Pfeifen Huber, dafür wird aber in einem begehbaren Humidor ein überaus reichhaltiges Zigarrensortiment geboten. Sie sind als Habanos-Specialist ausgezeichnet worden. Das ist vielleicht für die meisten Forummitglieder zweitrangig, deshalb die provokante Frage: ist das alles ?

Jens Meyer: Na ja, es ist ja nicht gerade ein Minimalangebot, was wir an Pfeifen, Tabaken, Cigarren und Zubehör aller Art bieten, darunter Feuerzeuge aller führenden Marken, Taschen, Etuis, Bestecke, Reinigungs- und Pflegeutensilien. Für uns ist es auch Prinzip, von allen Herstellern, die wir führen, ein repräsentatives und mengenmäßig ausreichendes Sortiment vorlegen zu können. Das gilt für Pfeifen ebenso wie für Tabake, Zubehör und Verbrauchsmaterialien. Viele Kunden reisen aus anderen Städten an, weil sie uns als Institution kennen und würden es nicht akzeptieren, wenn sie ein eingeschränktes Sortiment vorfinden würden. Unverzichtbar ist für uns auch der günstige Reparaturservice im eigenen Hause, denn wir wissen seit immerhin 146 Jahren: Service ist ein wichtiger Bestandteil des Erfolges.



Im 1. Stock des Hauses befindet sich der Versand, der einen wichtigen und hohen Umsatzanteil mit immer noch steigender Tendenz aufweist. Es mag auch daran liegen, das bundesweit immer mehr Tabakwarenfachgeschäfte aufgeben und viele Raucher kaum noch die Möglichkeit besitzen, in ihrer Umgebung einen geeigneten Tabak zu finden. Gerade vor kurzem ist unser neuer Internetauftritt fertiggestellt worden, schaut mal hinein- aber wahrscheinlich ist jeder Forumleser auf dem neuesten Stand .
Eine interessante Bereicherung stellt sicherlich unser umfangreiches Angebot an ausgesuchten Spirituosen dar, das natürlich ideal zu den Bereichen Pfeife, Tabak und Cigarren passt: wundervolle Rums, gut sortierte Whiskies und außergewöhnliche Edelbrände haben schnell bei unseren Kunden Anklang gefunden.


Jens Meyer: lediglich 2-3% Umsatzanteil von filterlosen Pfeifen, der sogenannten Normalbohrung

Pum: À propos 146 Jahre: Wie ist Ihre Sicht der Dinge, was hat sich in der Pfeifen- und Tabaklandschaft verändert, wie düster sieht die Zukunft für uns Geniesser aus ? Droht uns bald die Automatenwelt, weil es den Fachhändler nicht mehr gibt ?

Jens Meyer: Das Geschäft mit der Pfeife hat sich massiv verändert in den letzten Jahren, Rauchverbote schaden auch uns. Der Pfeifenraucher geht nicht für wenige Minuten vor die Tür, um zu rauchen- dann läßt er es ganz sein. Zum Vergleich: 1952 sind in Deutschland knapp 5.000 Tonnen Pfeifentabak versteuert worden, heute liegen wir bei 780 Tonnen, mit fallender Tendenz. Jedes Jahr geht dieser Bereich um ca. 5% zurück. Man kann sagen: Wir bedienen eine Nische heutzutage. Das Forum spiegelt nicht den typischen Pfeifenraucher wieder, hier finden sich die Liebhaber und Freaks, und ich muss gestehen, einige Neuigkeiten lese ich zuerst im Forum, bevor ich sie aus der Branche erfahre. Trotzdem spüren wir, wie glücklich einige sind, wenn sie über unsere Schwelle treten. Hier darf geraucht werden und hier wird geraucht, und zwar Pfeife. Ich freue mich immer wieder, wenn ein Kunde mit Pfeife im Mund das Geschäft betritt. Ich habe das Gefühl, den Leuten abzulesen: Jetzt bin ich angekommen. Wir haben eine große Probierbar, jeder unser eigenen Mischungen darf und soll verkostet werden, wir freuen uns, wenn die Pfeife bei uns gestopft wird. Deshalb ist auch das Forum willkommen bei uns, es hat sich ja schon als fester Termin der Freitagnachmittag eingebürgert zum lockeren Austausch untereinander. Es endet dann immer damit, dass einer der Anwesenden Durst bekommt und meist alle anderen folgen. Ich bin überzeugt, solange wir den heutigen Qualitätsstandard halten, uns um das Allgemeine und das Besondere bemühen, unseren Kunden einen Platz zum „Wohlfühlen“ bieten und unser Angebot an Pfeifen, Tabak, Cigarren und Spirituosen als kulturellen Bestandteil unseres Alltags vermitteln können, braucht sich kein ambitionierter Fachhändler Sorgen machen – die Kunden natürlich auch nicht. Das wird in Zukunft zwar nicht einfacher werden, die Anforderungen an ein Traditionsunternehmen sind schon beachtlich. Aber: wäre es einfach, könnte es jeder machen.


Pfeifen Huber Probierbar: offen für jedermann

Pum: An unseren freitäglichen „Forum-Stehrunden“ bei Ihnen stellen wir immer wieder fest, dass es eine große Anzahl von Neukunden gibt, vielfach Wochenendbesucher der Stadt, die nach dem eintreten erst einmal leicht durchatmen und eine gewisse Unsicherheit zeigen. Ist das der oftmals vom Rest der Republik angeblich geortete „Hype des großkopferten München“, auf den der Besucher auch bei Ihnen trifft ?

Jens Meyer: Es gibt garantiert eine Schwellenangst bei uns, doch wer dieses Geschäft betritt, ist willkommen und wir versuchen ihm das Gefühl zu geben, sich wohlfühlen zu können. Selbst wenn er nur schauen möchte. Nur manchmal ist soviel zu tun, dass nicht jeder die Aufmerksamkeit bekommen kann, die er gern hätte. Aber dann gibt es auch wieder Zeiten, zu denen wieder ein längeres Fachsimpeln ermöglicht wird.

Pum: Bevor wir Ihnen noch weitere Fragen stellen - wonach fragt man Sie eigentlich, wenn man Sie, scheinbar gelöst, eine Dunhill, Castello oder Stanwell rauchend, hinter der Ladentheke antrifft ?

Jens Meyer: In diesen seltenen Fällen werde ich oft werde gefragt: Gibt es einen Trend bei der Pfeife? Ja den gibt es. Und zwar ist das der Trend hin zu Pfeifen mit kleinerem Füllvolumen. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass immer weniger Zeit da ist, länger als 1 Stunde zu rauchen. Pfeifen mit großen Köpfen tun sich bei uns zunehmend schwerer. Einen Trend zur Normalbohrung kann ich nicht feststellen, auch wenn im Forum wahrscheinlich zu 80% ohne Filter geraucht wird, aber das haben wir ja bereits zuvor behandelt.

Pum: Weihnachten steht vor der Tür: hat Jens Meyer einen fachspezifischen Wunsch ?

Jens Meyer: Auch wenn man wie ich tagaus tagein von allen Gegenständen der hier vertretenen Leidenschaften und Genüsse umgeben ist, so ist doch ein Wunsch für mich vorrangig: ich wünsche mir für die Zukunft, das Pfeiferauchen wieder mehr Liebhaber findet, und möglichst viele den Weg in unser Haus finden. Und um das zu fördern, bringen wir ein liebevoll gestaltetes Pfeifenjournal sowie ein Tabakbrevier heraus. Ich bin mir sicher, wer diese beiden „Kataloge“ liest, spürt den "Spirit" und die Passion und Leidenschaft dieses Hauses für die Pfeife!

Pum: Jens Meyer, Sie leben jetzt ja auch schon eine geraume Zeit mit dem Forum und haben – wie kaum ein anderer Fachhändler, regelmäßig persönlichen Kontakt zu uns. Wie hat sich Ihre anfängliche Skepsis, die wir sehr wohl bemerkt haben, entwickelt ?

Jens Meyer: Zugegeben, vor einiger Zeit war das für mich sehr suspekt. Ich will mal sagen, das ich Pfeifen und mehr in die Nähe von –wohlwollend beschrieben – einer leichten Spinnerei gerückt und auch kaum ernstgenommen habe. Als ich aber feststellte, welche Themenvielfalt neben Tabak und Pfeife dort engagiert und professionell behandelt wird, das der Geist eines gepflegten „Savoir Vivre“ vorherrscht und eine besondere Toleranz unter den Mitgliedern gepflegt wird, habe ich es anders gesehen und bin gerne Mitglied geworden. Nachdem sich die Münchner Runde immer am Freitag bei uns einfindet, habe ich auch eine ganz andere persönliche Beziehung zum Forum und seinen Beteiligten gefunden. Wenn mir auch meine Aufgabe nur wenig Zeit zu einer regelmäßigen Beteiligung läßt, so bin ich doch lesend immer zugegen.

Pum: Herr Meyer, lieber Jens –um bei Forumjargon zubleiben – wir wünschen Georg Huber, Ihnen und Ihrem gesamten Team, aber auch allen Ihren Fachhandelskollegen ein weiterhin erfolgreiches Geschäft, damit Sie uns , die wir gerne Pfeifen- und Tabakenthusiasten sind, weiterhin so qualifiziert erhalten bleiben.


Bodo Falkenried
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