02.02.2013, 19:21 Uhr
Samuel Gawith | Balkan Flake - exemplarisch vollmundig

Nach dem totalen Reinfall mit dem SG Black XX stand mir der Sinn nach etwas geschmacklich abgehobenerem aus den Lakelands und da der Traditionalist Samuel Gawith vielfach bewiesen hat, wie gut er das eigentlich kann, habe ich mich mal wieder dem Balkan Flake zugewandt, den ich einige Zeit nicht geraucht habe.

Vorweggenommen: fürwahr ein köstliches Raucherlebnis. Um so mehr, da mein bevorzugter Tabaklieferant in München den Tabak ab jetzt ständig bevorratet. Laughing

Für den Liebhaber alter, englischer Geschmacksrichtungen zählte der Penzance aus dem Hause Butera / Esoterica sicherlich zu den bevorzugten. Immer schon schwer zu beschaffen und mittlerweile wohl vollständig aufgegeben -wie einige namhafte Engländer aus der Reihe, die von Germains hergestellt wurden- hat er nun dem SG Balkan Flake nahezu unangefochten das Terrain überlassen. Und das nimmt dieser mit Leichtigkeit ein.



Wie die meisten Flakes von SG, ist auch der Probant sehr feucht. Mich stört das nicht sonderlich, denn trocken werden sie ohne weiteres Zutun ohnehin.Wink Aber der Duft! Der Duft, der aus der Dose entströmt, der bringt Dich weg. In ein englisches Comptoir, mit grünen oder braunen Carlton Chairs, mit dunklen Mahagoninmöbeln, hochglänzenden Bodendielen, mit der gut bestückten Bar mit Single Malts, alten Ports. Und all den Vintage-Tabaken wie Cope, Drucquer, Sobranie, Simmons und Fribourg & Treyer, den alten Dunhills und Bells.

Schwer erdig, Torf steht im Vordergrund, ein wenig Teer, Hafengeruch. Das ist der Latakia. Der Virginia bringt eine schwache Süße ins Geruchsbild. Für den Liebhaber naturreiner Tabake der Himmel auf Erden.



Zum Glück sind die Flakes dünn geschnitten. Nicht selbstverständlich bei den Kendalianern, die das Geschäft bereit seit 1792 betreiben und immer noch Ausreißer bei den Chargen hinbekommen. Was gerne mit Chargenschwankungen erklärt wird (auch bei anderen Tobacconisten), ist meistens einfach Schlamperei und mangelnde Qualitätskontrolle.

Die Flakes zeigen eine hohe Pressdichte, die verschiedenen Tabaksorten sehen aus wie aus einem Guß, erst bei einiger Vergrößerung lassen sich Strukturen auf dem Foto erkennen:



Mit Knick & Falt befülle ich eine Stanwell Shape 11, die zum Proberauchen mit ihrem breiten Kopf geeignet erscheint. Obenauf kleinere Tabakkrümmel, damit das Anzünden leichter geht. Wichtig, wie bei allen Plugs, Flakes und Curlies, daß die gesamte Oberfläche in Brand gesetzt wird. Ab da beginnt der Rauchgenuß, der sich nach wenigen Minuten, nach Erreichen der Betriebstemperatur, einstellt.


.. einige Stanwell Shape 11 (Sixten Ivarsson), die regelmäßig für Plugs, Flakes und Curly Cuts
eingesetzt werden ....


Erstaunlich ist immer wieder, wie sanft und milde der Balkan Flake ist, weder kratzig, noch mit brachialer Nikotinladung wartet er auf. Er bleibt ein Mittelgewicht bis zum Ende. Der geübte Langsamraucher wird es zu einem trockenen, weiß-grauen Ascherest bringen. Wem die Pfeife öfter ausgeht oder sie unbedingt während eines Dauerlaufs rauchen muß, kann einiges an Kondensat erwarten.

Und überhaupt läßt man die Dose eine Nacht geöffnet stehen, erfreut sich am Anblick des Tabakbildes und raucht einen Balkan Sobranie 759, einen Penzance, oder - falls diese zwei gerade nicht griffbereit sind Razz - den Huber Balkan dazu.

Samuel Gawith
Balkan Flake
Latakia-Virgina
50 g Dose 12,00€


Bodo Falkenried
Seite zurück



 
Erweiterte Suche

Serienpfeifen
Handmades
Pflege, Reparatur

Reviews
Hersteller

Tabakbörse
Pfeifenbörse
Händler

Essen
Spirituosen, Wein, Bier
Kaffeewelt, Tee



Brainradio
Brainradio Klassik
Los Geschwindigkeit Langsam Stop