26.08.2017, 10:08 Uhr
Singapore, Pulau Ubin im November 2011

Während meiner jährlichen März und July Aufenthalte in Singapore und anderen asiatischen Ländern hatte ich in diesem Jahr von einem Bericht und von Fotos abgesehen, damit es nicht zu langweilig wird und ich auch nicht die rechte Lust auf Fotos hatte.

Der heurige November fällt allerdings etwas anders aus, denn bekanntlich besuchen mich -und natürlich nicht nur mich- Jörg Wittkamp und Heinz Schwarzkopf. Sie sind am Freitag, den 04.11.2011 hier eingetroffen und Kamal und ich spulen ein ausgiebiges Programm für die beiden ab. Höhepunkt war natürlich die heutige FIRST SINGAPORE PIPE & CIGAR SHOW, veranstaltet von Dr. Mike Loh und dem Singapore Pipe & Cigar Smokers Club, worüber noch zu berichten sein wird. Aber der Reihe nach.

FREITAG Nov 04,2011
Nachdem Jörg + Heinz um 05:00 in der Früh gelandet sind, waren sie sich bis zum frühen Abend selbst überlassen, da Kamal und ich noch zu arbeiten hatten. Um 17:00h gings dann erst einmal zum Satay Club neben Lau Pa Sat.



Satay sind Holzspiesschen, bestückt mit Huhn, Lamm oder Prawns, gegrillt auf offenem Holzfeuer. Dazu gibt es Gurken und rohe Zwiebeln sowie eine süß-scharfe Erdnusssoße. Der jetzige Satay Club befindet sich neben dem Food-Court Lau Pa Sat auf einer Straße, die ab 19:00 h gesperrt wird. Dann bauen die ca. 20 Imbißhändler Tische und Stühle auf, werfen die Grills an und los geht es, bis dann nach Mitternacht wieder alles abgeräumt werden muß.

Alec Molloy, den Vertreter Irlands im Singapore Pipe & Cigar Smokers Club, trafen wir zufällig im Waschraum im Lau Pa Sat und so konnten unsere zwei Besucher das erste Mitglied des SPCSC überraschend kennenlernen, bevor es zur Verabredung mit Dr. Mike Loh, dem Impressario des Clubs und weiteren Mitgliedern im Connoisseur Divan kam, einem exklusiven Club, in dem man auch im Freien sitzen und rauchen kann und dessen Whiskyangebot ausserordentlich ist. Aber auch auch die Preise, wie Jörg feststellen konnte, der neben Mike Loh eine Flasche allerfeinsten Highland Park 18 Jahre die Runde machen liess. Ein fantastisches Duo mit Gitarre und Gesang in Adele-Manier rundete das Ambiente ab und der Abend konnte gemütlich und entspannt ausklingen. Damit war der Einstand für die zwei Kölner schon einmal gelungen.

SAMSTAG Nov 05,2011
Am nächsten Tag dann in der Früh der übliche Club Treff an der Orchard Road, diesmal waren besonders viele Mitglieder anwesend. Generös wie immer lud Dr.Mike anschließend zu einem speziellen Lunch in einem nahegelegenen chinesischen Restaurant ein, laßt Euch Alec Ee`s Fotos auf der Zunge zergehen.

Meister-Photograph Alec Ee hat die entsprechenden Fotos hier eingestellt.


Nur wenige fehlen - ein schöner Wochenendbeginn bei guten 30 Grad Plus


Alec Molloy, Verfasser des gelungen Essay über den Ausflug nach Johor Bahru im vergangenen Jahr, den wir diesmal für Heinz und Jörg wiederholt haben. Unbedingt hier lesen .

Ziemlich mitgenommen von Essen, Trinken und der wie immer unübertroffenen Gastfreundschaft von Mike Loh sind Kamal und ich mit Heinz und Jörg zu einem ruhigen Stündchen mit Rauch und Getränk in einen Strandclub auf Sentosa Island gefahren und die Sonne, gepaart mit einen leichten Brise Seewind, war sehr erholsam.





Den Abend beendeten wir mit einer gleichsam entspannten Raucherrunde in der Raffles Courtyard Bar, die in den letzten 20 Jahren zu meinem Stammrauchplatz in Singapore geworden ist.




SONNTAG Nov 06, 2011
Man sagt von den asiatischen Metropolregionen, daß sie ihre Vergangenheit schneller und radikaler aus der Welt schaffen, als es Kriege erledigen können. Ich will das ausdrücklich unterstreichen, da ich nun mittlerweile auf einen über 40 Jahre währenden Erfahrungszeitraum in Asien zurückblicken kann, bei dem touristische Aspekte eine eher untergeordnete Rolle spielen, sofern sie nicht ethonologische oder andere gesellschaftsverändernde Inhalte aufweisen.

Clarke Quay - früher ein bedeutender Umschlagsplatz am Singapore River, heute ein ebenso gefragtes,
super modernes Vergnügungungsviertel, in dem Touristen meistens unter sich sind


Clarke Quay heute


Der von Dr.Mike generalstabsmäßig geplante Ausflug auf die 10 km² große - oder besser kleine- Granitinsel Pulau Ubin ermöglichte einen Zeitsprung zurück in das Singapore der 1960er Jahre. Vielleicht für den modernen Ganz-Asien-in-10-Tagen-Touristen eher abschreckend, für den interessierten Reisenden aber die wunderbare Gelegenheit, einen Vergleich zu den heutigen Verhältnissen in Singapore anzustellen.

Von Changi Village aus gehen die kleinen BumBoats auf die knapp 30-minütige Überfahrt zur Insel.
Um 10:00 h waren wir alle versammelt und bestiegen das für uns reservierte Boot.

Changi Village Bumboat Terminal


...... vor dem einschiffen noch die eine oder andere rauchbegleitete Konversation....





... und schließlich alle an Bord


Die Überfahrt ist wenig spektakulär, auch wenn ab und zu der eine oder andere Katamaran oder Trimaran kreuzt, ein für mich besonders interessanter Kabelleger mit HeliPort aus dem Noch-Berlusconi Land in der Fahrrinne zum Hafen ankert und wir einige schöne Uferansichten passieren, während das moderne Singapore hinter uns verblasst.









Interessanter sind dann schon eher die Notfallsysteme des Bumboats, die auf höchstem
technischen Niveau das ohnehin unzweifelbare Sicherheitsgefühl verstärken.







Einige Daten vorweg: die Insel ist im Erdmittelalter entstanden, was immerhin gut 200 Millionen Jahre zurückliegt, also im Jura. Bitte weder mit dem Kaffeemaschinenhersteller noch mit der wissenschaftlichen Disziplin gleichen Namens zu verwechseln und der Pfeifenmacher schreibt sich mit sowieso "o". Sie besteht zum größten Teil aus Granit, der in der Neuzeit industriell in Minen bis zur Erschöpfung abbauwürdiger Vorkommen um 1970 herum betrieben wurde. In dieser Zeit gab es ca. 2.000 Insulaner, zum größten Teil chinesischer Herkunft, die nach Schliessung der Minen wegen der fehlenden Erwerbsmöglichkeiten nach Singapore umgesiedelt wurden. Heute leben auf der Insel noch ca. 100 Bewohner, die sich dem absoluten Naturschutz verbunden fühlen. Viele Tierarten leben in völliger Wildnis wie z.B: Wildschweine, die durchaus eine Bedrohung für die meistens radfahrenden Touristen darstellen können. Aber auch Kräuter- und Gewürzliebhaber kommen auf ihre Kosten, denn der Regenwald scheint unermesslich reich daran zu sein. Und an magischen Orten, wie wir erfahren konnten.

Unsere singapurlesischen Freunde, die mit so etwas hinreichend Erfahrung haben, äußerten die Vermutung, das Pulau Ubin in Kürze dem Bau-Moloch zum Opfer fallen wird, denn Land ist für Singapur einfach zu rar und ein zu lohnendes Investment, als das die Insel nicht bald mit einer modernen Infrastruktur, wolkenkratzenden Condominiums und Wassersportresorts überzogen wird. Sogar eine Brückenverbindung sei denkbar, denn das derzeitige Nadelör sind die Bumboats.






Ein inseltypisches Restaurants, wie sie nur in der Nähe der Anlege-
stelle zu finden sind.



Der Tempel des Deutschen Mädchens wurde von den Inselbewohners errichtet. In diesem kleinen Tempel werden die sterblichen Überreste eines deutschen Mädchens aufbewahrt, die am Ende des ersten Weltkriegs mit der gesamten Familie vor den gelandeten Briten flüchtete, von einer Granitklippe stürzte und starb. Die Familie lebte bereits einige Jahre auf Pulau Ubin und bewirtschaftete eine Kaffeeplantage. Lediglich im Grundstücksregister sind die Namen Daniel Brandt und Herrmann Muhlingans nachweisbar, wer immer das auch gewesen ist. Erst Tage später fanden Insulaner den völlig von Termiten bedeckten Leichnam, die Familie befand sich schon nicht mehr auf der Insel und niemand kann heute mehr sagen, was aus ihnen geworden ist. Es wurde ein Grab angelegt, allerdings die sterblichen Überreste in eine Urne gegeben und in einer kleinen Hütte aufbewahrt. Die Bewohner Ubin`s begannen, den Geist des deutschen Mädchens zu sehen. Man weiß heute nicht mehr, warum die Insulaner später immer häufiger zu diesem Schrein gegangen sind und der so tragisch Verstorbenen gedacht, aber auch Wünsche geäußert haben, die vielfach scheinbar in Erfüllung gegangen sind. Viele, die um die richtigen Losnummern für die staatliche Lotterie gebeten haben, waren offensichtlich erfolgreich und ein Mann, der daraufhin eine besonders hohe Summe gewonnen hatte, baute den kleinen Tempel, den Ihr hier sehen könnt. Kennt man diese Geschichte, kann man sich einer gewissen Magie an diesem Ort nicht entziehen.







Dieses kleine Anwesen wird von einem 81jährigen Mann bewirtschaftet, der hier seit über 60 Jahren alleine lebt, seine Familie wohnt zwischenzeitlich in Singapore. Er verfügt über eine erstaunliche Gesundheit und scheint auf allen Gebieten asiatisch-typischer Kräuerkunde bewandert zu sein. Viele Wurzeln, Kräuter und Früchte bietet er zur Gesundheilung an und lebt von diesem kargen Einkommen, ab und zu halten durstige Radfahrer an, um im das eine oder andere Getränk abzukaufen.











Frische Kokosnuß - ein köstliches Getränk, das auch den Ameisen schmeckt, die sich
über die Reste hermachen.



Ein magischer Ort mit einem Geisterhäuschen. Von dort aus überblickt man einen von Urwaldriesen umsäumten See, an dessen gegenüberliegenden Ufer ein großer Granitfelsen steht, der sich häufig nächstens in eine Göttin der Nacht verwandelt. Das Ereignis kündigt sich am frühen Abend durch ein besonderes rotes Licht an, das auf dem Foto sichtbar ist. Uns hat der Mut verlassen und wir sind weitergefahren.



Ein Chili-Strauch










Ein wunderschönes Anwesen, wie es für das Singapore (und auch Malaysia) der 1960er
Jahre typisch ist. Auf dem dritten Bild ist das komfortable Freiluftbad zu sehen.







Dieser Regenwaldriese ist ein Durian-Baum, dessen Frucht zwar
heißbegehrt ist und köstlich schmeckt, deren Geruch allerdings
nicht überall auf Gegenliebe trifft. Erstaunlich: die Durian kann nicht
kultiviert werden, sie gedeiht nur auf diesen Bäumen.



Falls Euch demnächst in Köln, Bremerhaven oder Übach-Palenberg
ein solches Nummernschild begegnet, so wißt Ihr jetzt, aus welchem
Land es stammt.



Der Zaun rechts im Bild ist die Grenze zu Malaysia, die vielfach
zur illegalen Einreise benutzt wurde.



Zwei Familien leben in diesen Häusern auf dem Wasser, wie lange wohl noch?



Die Orchid-Farm war dann zwar sehr idyllisch, allerdings auch ein wenig abenteuerlich.
Mit den Drinks haben wir dann bis wir zur Anlegestelle gewartet.









Dennoch: die Wasser-Orchideen sind wunderschön, in einer nahezu
unberührten Umgebung.




zu den hier gezeigten Bilden und vielen weiteren des Ausflugs in
höherer Auflösung gelangt Ihr über das entsprechende Picasa-Albums
[click hier]

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