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| 14.10.2009, 06:54 Uhr |
| MUSIKBOX : Stand 21.10.2009 |

Gehört und für gut befunden

Blood, Sweat & Tears in neuem Gewand ? David Clayton Thomas auf Bayerisch ? Die Brecker Bros. samt Tower of Power, Memphis Horns und Muscle Shoals Rhythm Section in Übersee am Chiemsee, dem bayerischen Meer ?
Weit gefehlt und ernstgemeint ist der Vergleich mit den Gebläse-Ikonen natürlich nicht. Aber was die Chiemgauer La Brass Banda auf ihrer morgen erscheinenden neuen CD Übersee an Blasfeuerwerk bieten, ist schon einzigartig. Dagegen sind die Oktoberfest-Pop/Schlager/Disco-Krakeler Bands Dilettanten hoch 10.
Messerscharfe Bläsersätze, knallharter Rhythmus zwischen Funk, Rock und HipHop, atemberaubende Tempi und eine Musizierfreude vom Feinsten. Ja, und natürlich eine gehörige Portion lokal-kolorierte Party- und Club Stimmung. Zur Ohrgranate wird die CD bei entsprechender Lautstärke.

La Brass Banda
Übersee
CD -23. Oktober 2009
Label: Trikont (Indigo)
ASIN: B002OE8RPU
Amazon 14,99 € incl. Bonus Titel als MP3 download
itunes 8,95 € incl. Bonus Titel


Lang Lang vorzustellen erspare ich mir an dieser Stelle. Das der Lette Mischa Maisky zu den weltweit führenden Cellisten und der Russe Vadim Repin zu den besten klassischen Geigern zählt, wissen Klassikliebhaber.
Treffen sich aber diese drei Ausnahmemusiker zu einem Kammerkonzert, dann kann daraus trotz der Sonderstellung, an die Lang Lang mittlerweile gewohnt ist, nur ein atemberaubender Dialog unter Gleichen entstehen. Und genau das ist auf der soeben erschienenen CD mit Piano Trios von Tschaikowsky und Rachmaninov festgehalten.
Mehr ist nicht zu sagen, es reicht, um auch dem nicht ganz im Genre bewanderten Zuhörer Ohren und Herz zu öffnen, was natürlich mit Pfeife und Tabak noch leichter gelingt. Bei mir ist es eine baff mit Escudo gewesen, die das Hörerlebnis intensiviert hat.
Klaviertrios
Lang Lang, Mischa Maisky, Vadim Repin
Tschaikowski und Rachmaninov
Audio CD (9. Oktober 2009)
Label: Deutsche Grammophon (Universal)
ASIN: B002KS2HBA
CD 15,95 €
itunes 9,99 €

Der einstige Dire Straits Chef ist wohl der einzige Gitarrist, der uneingeschränkt zur Liga der "Eric Clapton und andere Giganten" gezählt werden kann (bei John Mayer muß man noch abwarten). Weder Jimmy Page, Eddi van Halen, noch Slash oder ähnlich hochgejubelte Gitarristen haben eine so eigene Stylistik wie er, von der Perfektion, die immer mit einem überwältigendem Gefühl einhergeht, ganz abgesehen.
Manchmal spielt er gepflegte Langeweile, aber selbst das ist noch erstklassig. Hier nun das neue, seit Mitternacht verfügbare Album Get Lucky.



Obwohl meine Info im Kulturtelegramm beim neuen Lynyrd Skynyrd Album God and Guns eher eine verhaltene Empfehlung war, möchte ich sie euch als unbeirrbarer LS Fan der ersten Stunde nicht vorenthalten. Nachdem ich sie jetzt bei allen möglichen Höchstgeschwindigkeiten seit 2 Tagen im Personenkraftwagen unablässig spiele, kommt so allmählich der richtige "Drive" rüber.....
Also - raus aus den Schaukelstühlen, Volume rauf......es handelt sich um die Special Edition mit drei sehr gelungen Live-Aufnahmen zum Schluss (Red, White and Blue - die neue Südstaatenhymne, Call me the Breeze - auf das Piano von Billy Paul-Nachfolger Peter Keys achten und das unverwüstliche Sweet Home Alabama) .....und nun viel Spaß!

Das aktuelle Lineup

Gary Rossington- Guitar
Johnny Van Zant- Vocals
Rickey Medlocke- Guitar
Mark "Sparky" Matejka- Guitar
Michael Cartellone- Drums
Robert Kearns - Bass
Peter Keys - Keyboards
Honkettes:
Dale Krantz Rossington- Backing Vocals
Carol Chase- Backing Vocals
Lynyrd Skynyrd live 2001

Simple Man


Nein , wir haben es nicht mit dem Erdnußfarmer und 39. Präsidenten der USA zu tun. Der hier vorgestellte James Carter ist für die Jazzgemeinde an den Saxophonen das, was Wynton Marsalis für die Trompete ist: ein Star. Der 40-jährige Avantgarde Musiker aus Detroit spielt alle Arten von Saxes (Bass-, Bariton-, Alt-, Tenor-, Sopran-, F-Mezzo-Saxophon und die Bass-Klarinette) und macht mit dem neuen Album Heaven on Earth sein Dutzend an CD Veröffentlichungen voll. Das Besondere an dieser ist die Besetzung: hochkarätige Kollegen aus der Studioszene unterstützen ihn und schaffen ein Werk, das eigentlich für Jazzer schon zu dicht am Rockgenre hängt. Wäre da eben nicht der Ton von James Carter, der dann doch genügend Jazz ins Spiel bringt.
Mit von der Partie sind die Cracks John Medeski an der Hammond B3, Adam Rogers Gitarre, Christian MacBride am Bass und Drummer Joey Baron, alles wahrlich keine unbekannten Musiker. Die bei Live Konzerten übliche Gefahr, dass sich die einzelnen Musiker vom Ego getrieben in den Vordergrund spielen, besteht bei diesen Profis nicht. Alles ist aus einem Guß: Django Reinhardt`s Diminishing, das Thelonius Monk Stück Well you needn`t und der Rest.
Das breite Fundament der B3 passt hervorragend für die verschiedenen Saxophone und Roger`s Gitarre ist oft scharf genug, dass es nicht zu „loungig“ wird. Aber davor steht auch schon der Bass. Das ist Modern Jazz, der unter die Haut geht und nichts von gepflegter Langeweile hat, die vielen Besetzungen heute zu eigen ist – einfach um dem Mainstream-Geschmack gerecht zu werden.

James Carter & John Medeski
Heaven on Earth
Audio CD (11. September 2009)
Label: Rykodisc (Warner)
ASIN: B002FOFXPG
CD 17,95 €
itunes 9,99 €


Mark Selby: Songwriter, Solokünstler, Musiker aus der Studioszene in Nashville, ein Rocker, Country-Rocker und Blueser der Extraklasse. Ein gutes Dutzend seiner Kompositionen wurden von anderen Künstlern in die US Top 40 Charts gebracht, darunter von den Dixie Chicks, Kenny Wayne Shepherd. Regelmäßig auf der Bühne steht er mit B.B. King, Jeff Beck, John Mayer, Robert Cray, Lynyrd Skynyrd, Delbert McLinton, the Fabulous Thunderbirds, Collective Soul, Kenny Wayne Shepherd, Levon Helm und vielen anderen.

Bisher hat er 4 CDs veröffentlicht, die in keiner Rock Sammlung fehlen dürfen:
More storm`s coming (2000)
Dirt (2003)
And the horse he rode in on (2006)
Nine Pound Hammer (2009)
Die ersten beiden Alben haben eines gemeinsam: schnörkelloser, gerader Rock auf Vintage Equipment, primär aus der Fender-Ecke. Selby ist kein großer Leadgitarrist, aber Riffs beherrscht er wie kaum ein anderer. (Keith Richards und George Thorogood lassen grüßen). Dazu eine Stimme und Songmaterial in der Qualität eines Bruce Springsteen, manchmal klingt er in der Intonation und im Slang wie Lynyrd Skynyrd`s Van Zant. Aber kein Plagiator, sondern unbedingt authentisch!


Während das Erstlingswerk More Storm`s Coming aus 2000 schon hervorragend ist (Anspieltipps: Don`t throw that Mojo on me, Kink in the chain und das Gänsehaut erzeugende, im Ry Cooder Slide Stil dominierte "Blind since birth"), ist Dirt aus 2006 abwechslungsreicher, die Songs sind ausnahmslos perfekt arrangiert - und der Vintage Sound noch voller, trockener. Wer bei "Moon over my shoulder" und "Back door to my heart" nicht geplättet durchatmet, sollte sich von außerordentlicher Rockmusik zukünftig fernhalten und sich den Wildecker Herzbuben widmen. Dieses Album geht garantiert nicht mehr aus den Ohren. Das dritte 2006er Album ist ein akustisch eingespieltes und sollte nur gehört werden, wenn man die ersten beiden kennt.


Wer sich für Hamish Fontleroy`s Favoriten aus der Kategorie Jazz / Fusion / Smooth des ersten Halbjahres 2009 interessiert, der möge sich mit den folgenden CD beschäftigen. Ausnahmslos high lights hinsichtlich der Interpretaton, aber auch der Aufnahme- und Wiedergabetechnik. Audiophiles Gehör sei vorausgesetzt - und der Wille sich in die Musik hineinfallen zu lassen. Es ist natürlich auch ein wenig sogenanntes easy listening dabei, dem aufmerksamen Zuhörer allerdings erschliesst sich schnell die außergewöhnliche Qualität der Musiker, die ausschliesslich der europäischen Musikszene angehören und seit langen Jahren zur Avantgarde im Jazz zählen:
John Surmann - englischer Saxophonist
Howard Moody - englischer Komponist, Dirigent, Orgel
Vassili Tsabropoulos - griechischer Komponist und Pianist
Anja Lechner - deutsche Cellistin
U.T. Ghandi - italienischer Drummer und Percussionist
Julia Hülsman- deutsche Pianistin
Alle CD sind auf dem deutschen Label ECM Records (München) erschienen. Was Blue Note Records bis 1979 für die amerikanische Jazzmusik (und natürlich den Weltmarkt) war, kann auch ECM für sich in Anspruch nehmen. Der Künstlerkatalog und die Veröffentlichungen übersteigen die anderer Labels bei weitem. Aufgenommen wird in den weltbesten Studios der Welt wie z.b. im Tonstudio Bauer, Ludwigsburg oder dem legendären Rainbow Studio von Jan Eric Kongshaug in Oslo. Letzterer gilt ohnehin als verantwortlich für den zum ECM - Markenzeichen gewordenen klaren und luftigen Sound, der herausragend ist.
Melos: Vassili Tsabropoulus, Anja Lechner und U.T. Ghandi

Audio CD (29. August 2008)
Label: ECM Record (Universal)
ASIN: B001BOZ1P8
Amazon 18,95 €
iTunes 9,99 €
Chants, Hymns and Dances: Vassili Tsabropoulus, Anja Lechner

Audio CD (6. September 2004)
Label: ECM Record (Universal)
ASIN: B0002ONC72
Amazon 19,95 €
iTunes 9,99 €
The Promise: Vassili Tsabropoulus

Audio CD (20. März 2009)
Label: ECM Record (Universal)
ASIN: B001PS0ELQ
Amazon 19,95 €
iTunes 9,99 €
End of a summer: Julia Hülsmann Trio

Audio CD (17. Oktober 2008)
Label: ECM Record (Universal)
ASIN: B001D94LAM
Amazon 15,95 €
iTunes 9,99 €
Rain on the window: John Surman & Howard Moody
[/b]
Audio CD (15. April 2008)
Label: ECM Record (Universal)
# ASIN: B0014DAHZA
Amazon 21,99 €
iTunes 9,99 €
Fleißiges Aufhorchen, mannigfache Begeisterung, und rauchende Entspannung wünscht Euch Euer Hamish Fontleroy


Unser Musikrezensent Hamish Fontleroy hat eine Vorliebe für das nicht Alltägliche. Für das Bleibende, Musik, die nicht flüchtig ist, sondern dauerhaft gefällt. Dementsprechend ist seine Musikauswahl und was er daraus hier vorstellt. Geräuschmüllartige Hitparadensongs sind nicht seine Sache.
Das Idan Raichel Projekt gehört unbestritten zu dieser Qualität, die bereichert. Contemplative „Gehörmusik“, eingängig, gefällig, entspannend. Gesungen in Hebräisch oder der semitischen Amharic Sprache. Es ist moderne Musik, die nach dem ersten anhören ins Ohr und aus diesem –eine zeitlang – nicht mehr hinausgeht.
Idan Raichel, ein junger Isreali (31), ist Keyboarder, Komponist, Songwriter. Studiert hat er klassisches Piano. Danach arbeitete er als Studio- und Backroundmusiker, beherrscht alle musikalischen Spielarten von Jazz, Rock und Pop. 2002 dann die Gründung des Idan Raichel Projects, mit dem er bisher 4 Alben eingespielt hat. Die drei ersten wurden alle zu Platinum Aufnahmen. In Israel bedeutet das mindestens 40.000 verkaufte CDs, die ersten beiden (Idan Raichel’s Project und Mi'ma'amakim) wurden gar 120.000 mal verkauft.

Auf Within my Walls (Ben Kirot Beyti) folgt Idan Raichel dem bewährten, abwechslungsreichen Konzept eines modernen israelischen, semitisch-arabischen multikulturellen Musikschaffens, eingebettet in eine vielfältige instrumentale Lautmalerei. Die Musiker stammen aus Israel, Äthiopien, Arabien, Surinam, dem Jemen, Südafrika und tragen zu einer Musikfärbung bei, die begeistert. Gerade der Mix aus Fremdartigkeit und doch bekannten Strukturen macht die Faszination dieses Albums aus. Der Klang des heutigen Israel, sagt der Künstler. Auch des musikalischen.

Die CD fällt in die Kategorie nicht-leichtgewichtiger Ohrwurm.
Die Ohrenfänger
Titel Nr. 1 Todas Las Palabras - click zum VIDEO
Titel Nr. 3 She'eriot Shel Ha'Chaim (Scraps of Life) [feat. Amir Dadon]
Titel Nr. 4 Mai Nahar (River Waters) [feat. Anat Ben Hamo]
Titel Nr. 5 Chalomot Shel Acherim - click zum VIDEO
Titel Nr. 9 Min Nhar Li Mshiti (From the Day You Left) - click zum VIDEO
Within my walls
Ben Kirot Beyti
The Idan Raichel Project
Cumbancha Records
Amazon 14,95€
iTunes 9,99€
Hier gibt es weitere Informationen

Chanson - aber bitte aus Frankreich
Wohin begibt sich der gebildete Mitteleuropäer im Frühling ? Mais bien sur – gen Frankreich und dort am besten nach Paris. Damit auch die Muse bei der Planung schon Platz erhält, seien neue Alben von französischen Künstlern sowie einige früher veröfffentliche in die Erinnerung gerufen:
Francoise Hardy – Paranthèses

Diese Chansonette gibt es schon seit 100 Jahren, in den frühen 1970ern war sie in Deutschland sogar eine kurze Zeit lang ein Bravo-Liebling (Frag den Abendwind) und schmalzte mit Udo Jürgens. Danach geriet dann schon alles merklich besser. In Frankreich ein Star seit über 40 Jahren, wurde 2006 das neueste Album veröffentlich –Paranthèses. Duette mit Alain Delon, Julio Iglesias, Jacques Dutronc, Hélène Grimaud und Henri Salvadore zeigen das wie immer stets mehr gehauchte als gesungene Spektrum dieser unverändert schönen Frau.
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Wer diese im Web entdeckte Automatenübersetzung versteht, muß ein Francoise Hardy Fan sein
BIOGRAPHIE:
Françoise Hardy ist am 17. Januar 1944 in Paris geboren geworden. Nachdem sie ihren Behälter übergegangen ist, lenkt sie sich in Richtung der Musik und nimmt am kleinen Konservatorium des Liedes von Mireille teil. Sie wird von einem Erzeuger bemerkt, der ihm sein Ersten registrieren läßt 45 Umdrehungen. Verkauft an mehr als zwei Millionen Exemplare, dank der Röhre "alle Jungen und die Mädchen", diese Platte ist eine Tür, die in Richtung der Erfassung des ersten Albums geöffnet wurde, das im Jahre 1963 herauskommt. Die Konzerte verknüpfen sich in einem höllischen Rhythmus, und Françoise, wenn sie nicht auf Szene ist hineingeht in Studio, um von den Titeln dort zu singen geschrieben durch Gainsbourg, Patrick Modiano oder Brassens. Im Jahre 1967 heiratet sie Jacques Dutronc (sie leben immer Gesamtheit aujourd' heute) und nachdem sie registriert hat "wie Te Lebewohl" im Jahre 1968 zu sagen eine Pause in Karriere markiert.

Jane Birkin - Arabesque und Enfants d`hiver

Beide Alben braucht der Frankophile. Arabesque auch wegen des schönen Coverfotos, aber vor allem wegen der teils schrägen arabischen (nordafrikanischen) Hintergrund-Lautmalerei. Schauspieleignung erwies die Lebensgefährtin von Serge Gainsbourg (Je t´aime) in zahlreichen Filmen, am schönsten wohl in den Agatha Christie Verfilmungen. Die neue CD ist ganz in der Erzähltradition des Chansons verhaftet und bedarf
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Francis Cabrel – Les Beaux Degats und Des Roses et des Ortiès

Diese Art Komponisten, Sänger und Musiker gibt es nicht bei uns. Subtile Texte, Gegenwartsbeschreibungen, Poesie, vermittelt mit der klassischen Rockbandbesetzung und erstklassigem Vintage Equipment, dennoch in bester, ur-französischer Chansonmanier. Ohrenfänger: Bonne Nouvelle (Stratocaster par excellence) und das melancholische Le cygne blanc.
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Berry – Mademoiselle

In Frankreich nach 12 veröffentlichten Alben längst ein Star, machte die neue CD Mademoiselle sie mittlerweile auch bei uns bekannt. Wenn eine so schöne Mademoiselle französische Chansons singt, kann Mann nur geniessen.
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Wem das dann alles gefallen hat, der darf Paris in Richtung Bretagne verlassen . Tipps für Segelreviere, Orte, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und den überlebenswichtigen Abstecher nach Cornwall zu Rick Stein (Heinz!) erteilt der Rezensent gegen die Übersendung von 3-4 frischen Arreignees oder ersatzweise 1 Korb Praires. Ansonsten schweigt er.
Frische Klassik
Gabriela Montero – Bach and Beyond

Pipe and Beyond ist die englische Übersetzung unseres Forumnamens. Die venezolanische Ausnahmepianistin Gabriela Montero nennt ihr neuestes Werk Bach and Beyond. Treffend. So wie Keith Jarrett unerreichbar ist in der Jazzimprovisation, so ist es die jetzt fast 40jährige Pianistin in der Klassik. Vor 4 Jahren konnte ich sie in München bei den Gulda-Tagen in der Bayerischen Staatsoper erleben. Magisch. Bach and Beyond ist ein Muß für diejenigen, die Bach im Ohr haben und feststellen können, was Gabriela Montero daraus macht. Für die anderen ist es schlicht herrliche Klaviermusik. Wem das Album nicht gefällt, muß alle Pfeifen abgeben
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Anna Gourari – Mitternacht / Midnight / Minuit

Nocturnes sind sogenannte Nachtstücke, man kennt und liebt diejenigen von Chopin, Vivaldi und Bach. Die russische Pianistin allerdings bedient dieses Genre mit ganz anderen Komponisten, darunter Piazolla, Barber und Tschaikowski und überrascht damit. Sehr einfühlsam, sehr modern gespielt. Im Freien mit einem Martini kommt das noch besser.
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Jazz an der Bar oder in der Lounge
Tord Gustavson Trio – Changing Places

Das es vom Münchner Jazz Label ECM herausgegeben wurde, verwundert bei diesem Album des norwegischen Pianisten Tord Gustavson keineswegs. Passt es doch vollkommen in das stets außergewöhnliche Angebot des Labels, das seit über dreißig Jahren die besten zeitgenössischen Jazzmusiker beherbergt und schon immer einen Schwerpunkt in der Skandinavischen Jazzszene gesehen hat. Ich bezeichne es als Barjazz, weil dieses Trio mein Gefühl, in Schumann`s Bar zu sitzen und ihm zu lauschen, selbst dann verschafft, wenn ich an der Werkbank sitze und Pfeifen putze und poliere. Eine atmosphärische Dichte – erzeugt vom Bassisten Harald Johnsen und Schlagzeuger Jarle Vespestad-die in Verbindung mit dem sanften Klavier von Tord Gustavson stark an das Keith Jarrett Trio mit Gary Peacock und Jack DeJohnette oder Paul Motian erinnert – schwebt über allen Stücken.
Für die, denen es etwas sagt: einer des besten, wenn nicht gar der beste, zeitgenössische Toningenieur für high end Jazz Aufnahmen -Jan Erik Kongshaug- saß wie bei fast allen ECM Aufnahmen an der Konsole. Und es ist auch sein Verdienst, das die CD so phantastisch klingt.
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Jerk House - Best (2009)

Von Lounge, Chill out und House hat man sich allmählich satt gehört, keine Rolltreppe rollt mehr ohne diesen Geräuschmüll. Neben der DJ Jondal Reihe von Klassik Radio sollte man sich aber eine Kompilation nicht entgehen lassen, nämlich diese Doppel CD, die einen guten Extrakt aus den zahlreichen Jerk House CD enthält. Hinter der Jerk House Connection verbirgt sich der Sampler Stéphane "DJ Bool" Bernaille und der ist ein Profi in jeder Hinsicht.
Jerk House Connection
Best, Doppel CD
Amazon 21,95 €
bisher nicht bei iTunes

frühere CD-Vorstellungen - vor dem 28.04.2009

Sein Slide-Gitarren Stil ist einmalig, unverkennbar. Verglichen mit dem Ausnahmetechniker Sonny Landreth oder Übermusiker Ry Cooder puristisch. Er verwendet ein ebenso ausgesucht sparsames Equipment: stets die gleiche Gibson SG und 2 alte Fender Twin Reverbs. Das war`s.

Was der 27-jährige Derek Trucks, Neffe von Allman Brothers Schlagzeuger Butch Trucks und seit fast 10 Jahren im Zweitjob auch Mitglied dieser Gruppe (derzeit spielt er auch noch in Eric Clapton´s aktueller Band) auf dem sechsten Album Already Free bietet, ist alles, was Liebhaber des von Allman Brothers, Lynyrd Skynyrd, den Outlaws , Charlie Daniels und Marshall Tucker in den 1970ern bekanntgemachten Südstaatenrocks so lieben. Und wem jetzt bereits die Ohren klingeln, ist eh verloren.

Derek Trucks lebt in Florida, zusammen mit seiner Frau, der bekannten Sänderin Susan Tedeschi, die ebenfalls auf dem Album zu hören ist. Dort steht auch sein Studio, home recording nennt man das. Genauso klingt das Album, ohne mit ProTools auszubügeln, zu begradigen, keine Native Instruments. Handgemachte Musik (Bemi weiß, was gemeint ist). Ein satter, bluesiger Klang. Fetter, treibender Baß, ein fliessendes Schlagwerk, die Stimmen –einschließlich des Backgrounds- perfekt eingepasst und dann die echte Hammond B3 – es fehlt nur noch Soul Food und man wähnt sich in den Everglades auf einer Swamp Jam. Der Sänger ist Mike Mattison, eine Blues-Rock Stimme sondergleichen, er erinnert manchmal an den frühen Gregg Allman, ihm fehlt zum Glück das gepflegte Weinerliche von Warren Haynes, dem Sänger und ersten Gitarristen der Allman Brothers, so daß die Derek Trucks Band kein Abbild dieser unveränderten Vorbildband abgibt.
Und jetzt natürlich das Slidespiel: ohne Plektrum (Anschlag-Plättchen) gespielt, mal bluesig, mal arabisch, indisch klingend, immer abwechslungsreich, sanft, dann wieder mit ungeheurer Kraft gespielt.
Das ist Musik, die nicht ruhig sitzen läßt, dazu ist sie zu emotional gespielt. Bereits der Einsteiger, Bob Dylan`s Down in the flood hat alles, was im folgenden in den einzelnen Liedern aufgedröselt ist. Meine Favoriten und als „earcatcher“ empfohlen: Already free und Going home. Und wer meint, er höre auf dem dritten Stück Lowell George von Little Feat, der täuscht sich, der ist nicht auferstanden, es ist Mike Mattison, der singt.
Schöne Samstagsmusik, dazu vielleicht einen gut belüfteten SG Firedance Flake oder einen Full Virginia Flake, immer geht der Escudo.

The Derek Trucks Band
Already Free
itunes 9,99€ incl. Digital booklet
Amazon : CD 16,97€, Vinyl 27,99€
Ab heute läuft Already Free die nächsten Samstage von 15-16 h im Brainradio, wer`s verpasst, ist selbst schuld.


Was schreibt man jetzt über den irischen Musik-Weltbürger Van Morrison ? Seine Musik begleitet mich seit den Zeiten von THEM, als mit dem Beat Boom auch die britische Blues / R & B Welle mit Bands wie Downliner Sec, Pretty Things, Alexis Korner, Spencer Davis, Duster Bennett, Dave Clark, Animals, Savoy Brown, Fleetwood Mac und John Mayall in der deutschen Schlagerlandschaft aufschlug. Das war um 1965 und Them hatte drei Riesenhits mit Baby please don`t go und Gloria, gefolgt von Here comes the night (1965) und einem der schönsten Allzeit-Hits aller Zeiten, Dylan`s It`s all over now, Baby blue (1966).

Wie verwoben die spätere britische Hard /Heavy Rock Szene mit dieser Ursprungszeit war, zeigt die Mitwirkung von Jimmy Page (Led Zeppelin) und Pete Bardens (Camel) bei der Studioaufnahme von Baby please don`t go. 1966 war es dann mit Them vorbei und der kometenhafte Aufstieg von Van Morrison als Komponist, Jazzer, Soul Sänger, Rock`n Roller, R&Bler und Dichter begann....und dauert ungebremst an bis heute.
Über 45 Alben hat der Unermüdliche mittlerweile aufgenommen, darunter das als Meilenstein geltende Astral Weeks (1968).

Und jetzt, als immerhin 63-jähriger, hat er die Legende noch einmal komplett neu eingespielt, und zwar im November 2008 live in der Hollywood Bowl. Das Ergebnis ist so sensationell, dass ich es schon einmal als eines der Topp-Alben in 2009 einordne. Und es wird -wie das weit übertroffene Original aus 1968- garantiert ebenfalls ein Allzeit Hit.

Audio CD (6. Februar 2009)
Label: Manhattan (EMI)
ASIN: B001O0EHXG
Amazon 15,95 €
noch nicht bei iTunes
auch als Vinyl Doppel LP mit nur darauf enthaltenen Bonus Songs erhältlich
Gehören in jede Sammlung
1968: Astral weeks
1970: Moondance
1986: No Guru, No Method, No Teacher
1987: Poetic Champions Compose
1990: Enlightenment
1993: Too Long in Exile
1999: Back On Top
2005: Magic Time

Geir Lysne
The Grieg Code
Meine Musik wird zweifellos in hundert Jahren in Vergessenheit geraten sein; und doch meine ich, ich habe meine Zeit nicht für eine Musik verschwendet, die Millionen von Menschen in allen aufgeklärten Ländern erfreut hat, soll Edvard Grieg angeblich einmal gesagt oder geschrieben haben. Man weiß nicht, ob es überhaupt stimmt. In jedem Fall irrte der norwegische Komponist (1843-1907) gewaltig. Einige seiner Werke sind mittlerweile klassische Popmusik geworden, im guten wie im schlechten Sinne: die Peer-Gynt Suiten, das Streichquartett g-Moll op. 27 und die Suite „Aus Holbergs Zeit“, selbst vor der Werbejingle-Vergewaltigung gab es keine Rettung. Grieg hat durchweg Großartiges komponiert. Aber darüber will ich hier nicht berichten.

Szenario: versetzen wir Grieg ins 21.Jahrhundert, bieten ihm alle (auch elektronische) Möglichkeiten zur Komposition und Darbietung. Wie würde er in unsere heutige Zeit eingebunden klingen? Ich bin sicher – so wie der Grieg Code des norwegischen Musikers, Komponisten und Dirigenten Geir Lysne, seit einigen Jahren mit seinem 19-köpfigen Geir Lysne Listening Ensemble in der Jazz Avantgarde gefeiert (Debut 2001 auf dem Jazzfestival Berlin unter Nils Landgren).
Während Codes derzeit en voque sind in der Literatur (der unsägliche Da Vinci Code, der Moses Code, Babylon Code, Armani Code und dererlei Schwachsinn mehr) trifft hier die Titelauswahl exakt das Thema. Man muß wohl wie Geir Lysne an einem einsamen Norwegischen Fjord leben, dennoch intensiv in den musikalischen Metropolen Europas aufgegangen sein, dann findet man einen überragenden Platz im skandinavischen Jazz und ist befähigt, Grieg in unsere Zeit zu übersetzen, zu codieren. In einer Art, für die passionierte Pfeifen- und Tabakliebhaber besonders empfänglich sind. Viele jedenfalls. Na ja - einige zumindestens.
Jazz Kammermusik, tragend, dann wieder aufwühlend, hektisch – in jedem Fall abwechslungsreich. Nicht unbedingt Tageskost, aber faszinierend, wenn man Grieg im Hinterkopf hat und behält. Die norwegische (Jazz) Stimmung wird punktgenau getroffen, reproduziert, da erinnert Nils Landgren, Esbjerg Svenson, Jan Gabarek, Arild Andersen, Ketil Björnstadt und viele andere aus der Nordic Jazz Scene. Bläser stehen im Vordergrund, nicht immer drängen sie vor.
Man muß in Stimmung sein, damit sich dieser Code erschließt, allerdings mag es für manchen Hörer keine leichte Kost sein. Die Belohnung ist gewaltig.
Geir Lysne
The Grieg Code
ACT (edel) B001MTVNHC
Amazon 14,95 €
Itunes Plus 7,99 €
Ab sofort im Brainradio “SonntagsJazz” zu hören, ab 13:00 h

Bodo Falkenried 02.02.2009

Global Kryner
Weg
Slavko Avsenik dürfte sich freuen: die Oberkrainer Musik hat nun endlich den weiten Weg aus dem Musikantenstadl hinaus auf die Pop-Rock-Jazz Bühnen der Anderwelt gefunden und siehe da: das österreichische Muntermacher-Sextett GLOBAL KRYNER, 2001 als reine Spaßformation begonnen, hat sich mit ihren eigenwilligen Interpretationen von Welthits wie Proud Mary (CCR und Tina Turner), Hey Jude (Beatles), Like a Virgin (Madonna), Sex Bomb (Tom Jones) einen grandiosen Namen gemacht. In erster Linie liegt es an der Perfektion, mit der die Musikanten alle denkbaren Spielarten von Pop, Rock und Jazz beherrschen.

Tatsächlich gibt es so knallharte Bläsersätze, wie sie ansonsten nur die Memphis Horns, Tower of Power oder die legendären Blood Sweat & Tears (man erinnere sich an das unfassbare Stück Agitato auf der Nuclear Blues) in die Rille brachten, irrwitzige Tempi-Wechsel - da sind absolute Profis zugange. Wie ein eherner Gürtel umschließt die ursprüngliche Oberkrainer Musikgattung die außergewöhnlichen Arrangements, und doch klingt alles anders: jung, poppig, respektlos, rotzig.
Vor allem: die Band ist dermaßen sicher im Repertoire, das dem Hörer der schiere Spaß um die Ohren fliegt. Selten haben Akkordeon, Trompete, Klarinette, Baßposaune und (Jazz-)Gitarre einer Sängerin ein so abwechslungsreiches und spannendes musikalisches Fundament geschaffen. Mittlerweile sind sie raus aus der Nische und der Cosmopolitan Karawanken-Beat der KRYNER hat längst Einzug gehalten in die Hitparaden, wird im Radio auf allen Stationen rauf und runter geduldelt und das neue Album "Weg" sollte sich jeder einverleiben.

Anspieltipps für den iTunes Store
Titel Nr. 6 Alt
Titel Nr. 1 Proud Mary
Titel Nr. 2 Oye como va
Ab sofort jeweils Samstags von 16-17 h im brainradio zu hören [click]
Bodo Falkenried 16.01.2009

Moriarty
Gee Whiz But This Is A Lonesome Town

Der Name der Band rief mir sofort schmerzlich ins Gedächtnis, das unser Forum-Spezialist für das Thema Arthur Conan Doyle - Bernd [highlander] -die heißerwartete Fortsetzung seiner Reihe bisher schuldig geblieben ist. War doch Prof. James Moriarty immerhin in zwei Sherlock Holmes Romanen Gegenspieler des Detektivs, 1891 kam er in den Reichenbachfällen ums Leben. Die franco-amerikanische Country Band Moriarty allerdings ist sehr lebendig, es gibt sie seit 1995 und sie ist ein buntes Sextett aus den USA, Frankreich, Vietnam und der Schweiz. Liessen sie sich anfangs noch mehr vom Amerikanischen Blues der 30er inspirieren, haben sie mittlerweile ihre ganz eigene Mischung aus viel Folk, Klezmer, Jazz und elektronischer Musik gefunden, angeführt von der eindrucksvollen Stimme der Sängerin Rosemary Moriarty, aber auch das ein Künstlername.

Im Oktober 2008 erschien das Debutalbum Gee Whiz But This Is A Lonesome Town in Frankreich, von der Kritik sehr begeistert gefeiert. Zur Überraschung aller erreichte es die Top 30 der französischen Hitparade. Ende August wurde die Band für 75.000 verkaufte Alben in Frankreich mit der goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Moriarty füllen in Frankreich landauf, landab die Hallen, ihr Konzert im L'Olympia in Paris im Oktober 2008 war ausverkauft. Sie begeistern ihr Publikum in Spanien, Italien und Kanada mit ihrer Musik, die man eher dem Theater als der Hitparade zuordnen würde. da trifft Cabaret auf Swamp Blues, Chanson auf Folkmusik, die Seine auf den Mississippi.
Moriarty
Gee Whiz But This Is A Lonesome Town
itunes 9,99 €
Die CD ist bis auf weiteres ab Freitag, 16.01.2009 im brainradio [click] jeweils Freitags von 16-17 h zu hören.
Bodo Falkenried 16.01.2009

Frank Peter Zimmermann und Enrico Pace
J.S. Bach- 6 Violinsonaten BWV 1014-1019
J.S. Bach`s Violinsonaten sind herzerwärmende Kompositionen, wenn sie von beseelten Musikern dargebracht werden. Der Komponist hat sie vorrangig für die Geige geschaffen und so wie heute das Klavier, so hatte Bach in diesem Fall auch das Cembalo wirklich nur zur Begleitung vorgesehen. Und so können Bach-Puristen ruhig ihren Aufschrei unterdrücken, wenn bei der hier empfohlenen Einspielung des mittlerweile wohl besten deutschen Geigers mit internationaler Geltung, dem Duisburger Frank Peter Zimmermann, dessen jahrelanger Kammerkonzertpartner, der Italiener Enrico Pace, mit einer unglaublich einfühlsamen Klavierbegleitung aufwartet.
Formales Vorbild für die Bach Sonaten -entstanden um 1725- waren wohl Sonaten aus der italienischen Kirchenmusik, zumindest läßt der Satzaufbau diese Vermutung zu: 4 Sätze in der Folge langsam-schnell-langsam-schnell. Ausnahme bildet lediglich die G-dur Sonate BWV 1019, die dem Tasteninstrument beim Adagio (4.Satz) eine grandiose Solopartie verschafft, die Enrico Pace auch vollkommen wahrnimmt. Im Vordergrund steht das physisch spürbare emotionale Spiel von Zimmermann, der sich intensiv mit der Literatur befasst und diese vollständig verinnerlicht hat. Bach ist für ihn Bestandteil seiner musikalischen Welt, seines Lebens. Das hört der empfindsame Audiophile bei jedem Bogenstrich, zumal bei den Sonaten mit einer Moll-Grundtonart (BWV 1014,1017,1018), die zum Unterschied zu den dur-Tonarten auch eine deutliche stärke Ausdruckskraft offenlegen.
Ich kenne viele Einspielungen, aber keine nimmt mich so gefangen wie die hier vorliegende. Es liegt wohl auch daran, daß ich im Juli 2004 die Bach Sonaten in gleicher Besetzung im Essener Alfried Krupp Saal live erleben durfte. Und seitdem überzeugter Anhänger von Zimmermann bin, wenn es um Kammerkonzerte geht.
Zimmermann hat seit 1989 - als sich sein überragendes Talent durchzusetzen begann- Unterstützung durch die WestLB erhalten. Angefangen mit der Stradivari Hilton, über die ex Dragonetti, die ex Croall bis hin zur heute von ihm gespielten Lady Inchiquin von 1711, die einmal dem weltberühmten Fritz Kreisler gehörte. Mit dieser wurde die CD eingespielt. Das ist dann mal eine der seltenen, guten Aktionen dieser Bank, die ansonsten -wie mittlerweile fast alle Zentralinstitute- den Bürgern in erster Linie eine grandiose Kapitalvernichtung beschert. Würden sie doch einfach mehr Stradivaris kaufen.

Die gesamte Doppel CD ist ab sofort im brainradioKLASSIK zu hören:: MO + DI von 20-21 h-Sendeplan beachten [click]
Sony BMG - Oktober 2007, Doppel CD
iTunes 18,99 €
Amazon ab 20,95 €
Bodo Falkenried 08.01.2009

Bobby King & Terry Evans
Die außergewöhnlichen R & B Stimmen hinter Ry Cooder
Selten erinnert sich man - und das auch nur wenige - an die Zeit, als man unter der Musikgattung R&B noch Rhythm and Blues verstand und sich nicht neumodisches Pop Geseiere teilweise unerträglichster Art dahinter verbarg. Keine sich immer irgendwie in allen möglichen Schräglagen räkelnden Hochglanzmagazin-Leiber und völlig beliebige, jederzeit austauschbare Hip Hop- oder was immer für Video-Konserven Heroen. Nein, R&B war die härtere Variante des den 60er Jahren aufkommenden Soul, die Zeit von Stax, Atlantic und Motown. Da waren Stimmen wie die von Sam & Dave, Otis Redding, Wilson Pickett, Solomon Burke, B.B. King, Aretha Franklin, Martha Reeves, Gladys Knight zu hören, die wirklich seelenvoll oder schlichtweg aufregend auf uns wirkten. Alles keine austauschbare Kost.
So wie sich die Stimme von Paul Rodgers (brainradio Mo 23:00 h, Di 20:00 h, Do 20:00 h, Sa 20:00h, So 18:00 h) als eine der seit den Zeiten von Free (1968) und Bad Company bis heute herausragenden für Blues und Rock manifestiert hat, so gilt gleiches für die nur Insidern bekannten zwei Sänger Bobby King und Terry Evans. Wann immer Slide-Überflieger Ry Cooder auf der unübersehbaren Anzahl seiner Alben der vor-Buena Vista Social Club Zeit einzigartigen Backgroundgesang oder schweißtreibende Duo-Gesänge benötigte, kamen die zwei Stimmgewaltigen zum Einsatz. Aus den Tiefen von Hamish`s Sammlung werden regelmäßig die zwei Alben hervorgeholt, die Bobby King & Terry Evans 1988 und 1990 aufgenommen und auf denen sie diesmal Ry Cooder als Gitarristen verpflichtet haben: Live and let live und Rhythm, Blues, Soul & Grooves. Das ist erdverbundener, deftiger, manchmal harter Rhythm&Blues, der nie altmodisch wird und eine Menge Emotionen freisetzt: bei den Musikern und den Zuhörern. Zeitlos.
Beide CD und Ry Cooder`s Soundtrack zu Crossroads sind ab sofort jeweils Samstags von 21-23:00h im brainradio zu hören, 2 Stunden geballte Körpermusik. [click]


Eliza Lynn: Frisky or Fair (Blues) und The Weary Wake up (Rock)
Just in dem Augenblick, als Hamish mal wieder dachte "...nur Langeweile auf dem Plattenteller", kam der Brüller aus dem Bayern2 Radio: Eliza Lynn Sing a new song. Die Dame ist die Älteste nicht, gerade mal , geboren in Nashville. Scheinbar drückt die amerikanische Studiometropole jedem Neugeborenen gleich ein Instrument in die Hand, bei dieser Künstlerin waren es das Banjo und die Gitarre. Und nun pendelt sie erfrischend zwischen 1940er Jazz und Blues und Folk herum und singt mit guter, unverbrauchter Stimme, die am besten beim Jazz rüberkommt. Die zwei CD sind denn auch schwerpunktmäßig in Blues (Frisky or fair, Ohrfänger ist hier Sign a new Song) und Rock (The Weary Wake up, Ohrfänger sind Circle, gleich das erste Stück und Intolerance Blues) einzuordnen. Aber immer klingt ein absolut nicht süßlicher Folk durch. Und das macht die CD so spannend.

Beide CD können täglich jeweils um 16:00 h - 17:00 h
im Brainradio angehört werden
Einfach in den Sendeplan (neue Funktion!) hineinschauen.

beide CD bei iTunes für je 9,99 €

Soha: D'Ici Et D'Ailleurs
Hamish Fontleroy -der Musik- und Literatur-Afficionado unseres Forums- hat wenig Nähe zur Winterzeit. Obwohl er sein ganzes Pfeifenraucherleben -immerhin gut 40 Jahre- in München zugebracht hat, zudem im Kreise einer wintersportbegeisterten Familie, rettet er sich durch diese schlimme Jahreszeit mit Hilfe von Musik, die ein südliches, warmes Wohlsein in die graue Jahreszeit bringt.
Und dazu zählt unbedingt die französische Sängerin Soha mit Band. Hört Euch zunächst C'est bien mieux comme ca an und Ihr werdet verstehen. Das ist Kuba, das ist Reggae, Jazz, Chanson, HipHop und Pop. Eine wunderschöne, weiche Stimme, deren zeitweilig dunkles Timbre hervorragend und vor allem druckvoll von einer Topband unterstützt wird, die weiß, was Groove ist. Ein oftmals schweres Akkordeon bringt Marseiller Barflair in Spiel, fette Baßlinien, die von einem Fender Precision und nicht vom Baßsynthi erzeugt werden. Handgemachte Musik, was die drei Videos unterstreichen, die live eingespielt sind. Eine abwechslungsreiche Scheibe, die auch trotz der jetzigen Jahreszeit zu einem Cuba Libre, einem Caipirinha oder einem einfachen Pastis verführt. Der geeignete TabaK: Orlik Golden Sliced, SG Full Virginia Plug oder GL Pease Samarah

Soha, D'Ici Et D'Ailleurs - 07.2008
Label: Virgin Fra (EMI)
ASIN: B0014GJ08W
Amazon: 14,47 € incl. 3 Videos
itunes: 9,99 € incl. 3 Videos
Soha ist ab sofort im brainradio zu hören: MO 14-15h, SA 15-16h [click]

Yo-Yo Ma: Cellist virtuoso
Als Pablo (Pau) Casals 1976 im Alter von 97 Jahren starb, galt er als unerreichbarer Virtuose auf dem Cello. In jedem Fall hat er den Cellisten, der heute seinen Platz eingenommen hat, entscheidend beeinflußt: Yo-Yo Ma. Eines allerdings unterscheidet den heute 52-jährigen Ausnahmemusiker vom Traditionalisten Casals: die unglaubliche (Spiel-)freude an allen Stilrichtungen klassischer, neo-klassischer, Jazz-, Film- und Unterhaltungsmusik. Ein perfektes musikalisches Chamäleon, das atemberaubende Klangerlebnisse liefert.
Johann Sebastian Bach: Cello Suiten 1,5 und 6
Für die Cello Suiten hat Bach keine Tempoanweisungen gegeben, weil er weiß, daß der Interpret, der Musiker das richtige Tempo kennt. In der heutigen Aufführungspraxis unterscheiden sich bei fast allen Musikern lediglich die Präludien, was vielfach durch eine Unsicherheit bei den kompositorisch oft schlecht ausgebildeten Interpreten bedingt ist. Nicht so bei Yo-Yo Ma. Mstislav Rostropovich, Mischa Maiski und Casals selbst haben überzeugende Darbietungen der Suiten geliefert, aber was Ma uns zu Ohren bringt, ist dem allen ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. Das unbegleitete Cello klingt bei ihm wie ein ganzes Streicherensemble, mal ultra-dynamisch, mal romantisch, mal mathematisch-analytisch. vollends erschließt sich dieses Meisterwerk, wenn der Zuhörer über ein erstklassiges Wiedergabeequipment verfügt. Denn die Produktion ist herausragend, das Holz des fast 300 Jahre alten Davidov Stradivarius Instrumentes steht förmlich im Raum, die Schwingungen, die Bogenstriche sind körperlich, durchdringend zu spüren. Das ist gewaltige Musik auf einem Soloinstrument, die man am besten allein in sich eindringen läßt - und die süchtig macht. Wem denn so ist, dem seien auch noch die im Jahre 2005 aufgenommenen Suiten 2, 3 und 4 dazu empfohlen. Der geeignete TabaK: Butera Kingfisher, Esoterica Penzance

Yo-Yo Ma, J.S.Bach, Cello Suiten 1,5 & 6 - 09.2001
Label: Sony Classical
ASIN: B00005OM7L
Amazon: 8,47 €
itunes: 5,99 €
Appassionato
Yo-Yo Ma´s Cello - diesmal das Domenico Montagnana von 1733 - bringt uns Romantik pur, und das nicht als die ansonsten übliche kitschige Interpretation sondern schlichtweg überragend. Sei es das Largo aus den Vier Jahreszeiten von Vivaldi, dem Andante aus dem Doppelkonzert für Violine und Cello von Brahms (mit Issac Stern), Piazollas Soledad, Gabriels Oboe von Ennio Morriccone, dem Schwan von Camille Saint-Saens, Latino Klängen Doce de Coco, Musik von Gershwin (Prelude Nr. 2), den Filmen Geisha und Cinema Paradiso, bis hin zu Mikko Pekko, einem finnischen Folksong und Mendelssohns traumhaftem Lied ohne Worte (mit Emanuel Ax, Piano). Bei diesem Grenzgang zwischen musikalischen Welten muß man nicht erfahrener Klassikliebhaber wie bei Ma`s Cello Suiten sein. Wer aber den berauschenden Klang des Cellos liebt, der kommt voll auf seine musikalischen Kosten. Der geeignete TabaK: ein eleganter Yenidje Highlander oder Butera Pelican

Yo-Yo Ma, Appassionato - 01.2007
Label: Sony Classical
ASIN: B000LPRHSM
Amazon: 7,95 €
itunes: 5,99 €


Entdeckt und gefördert von Duke Ellington zählt Abdullah Ibrahim nach dem Giganten Keith Jarrett für mich zu den herausragenden Lautmalern unter den Jazz-Pianisten. Meilensteine: Good News from Africa (1973 und African Marketplace (1996), aber jedes seiner Alben ist eigentlich ein solcher. Der internationale Durchbruch erfolgte auf dem Newport Festival 1965 - immerhin 43 Jahre her. Seitdem hat sich der Südafrikaner, der lange Jahre als Apartheidverfolgter durch die Welt nomadisieren mußte, einen festen Platz in der Reihe der Götter des Jazz erspielt, mit denen er auch zusammengearbeit hat: John Coltrone, Ornette Coleman, Don Cherry und natürlich Duke Ellington.
Soeben erschienen: Senzo
Statt jetzt eine detaillierte Schilderung seines neuesten Werkes mit tiefen-psychologischen Aspekten zu verfassen: anhören, staunen, begeistert sein. Für diejenigen, die bisher keine Kenntnis von Abdullah Ibrahim (Dollar Brand - vor der Konvertierung zum Islam) haben: in allen seinen Werken findet sich die unikate un |
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