14.10.2015, 17:01 Uhr
Samuel Gawith | Lakeland Dark


Scheinbar sieht es derzeit so aus, daß die Fusion (neu-deutsch: Merger) von Samuel Gawith & Company, Ltd und Gawith Hoggarth & Co Ltd keine Auswirkungen für uns Lakeland Freunde hat.

SG, wie wir Innenseiter die etwas schrullige Tabakmanufaktur oftmals nennen, hat die Produktpalette soeben erweitert, darunter ein besonders kräftiger Ready Rubbed, der an Kraft und wohl auch Nikotin in der vordersten Liga spielt. Jedenfalls habe ich beim Proberauchen ganz schön "geschnauft". Dennoch: ein hervorragender Vertreter der Kendalianer Tabak Riege.

Der Reihe nach. Der naturreine Mix besteht aus diversen Virginias und Kentuckys, die erst einmal in den Ofen wandern. Zum Backen. Und zwar für 24 Stunden, so die Herstellerangabe , wobei - für mich nicht ganz zutreffend - von einem "Dark Fired Tobacco" gesprochen wird. Für dieses Merkmal müßte er eigentlich leicht über offenem Feuer oder kalt geräuchert werden. Sei`s drum.



Die Backwaren werden anschließend zu einem Flake gepreßt. Da ist SG Spezialist, denkt man an die diversen herausragenden Flakes aus diesem Hause. Das Aroma entsteht nicht durch aufgebrachtes Flavouring, sondern wird von den unterschiedlchen Tabaken geschaffen, wobei der Back- und anschliessende Pressvorgang durch die durch Druck entstehende Fermentierung einen wesentlichen Anteil haben.



Lakeland Flakes sind bekannt dafür, daß sie sehr unterschiedlich in Schnittbreite und "Feuchtigkeitspegel" sein können. Nein, eigentlich immer sind. Selbst für uralt Hasen wie mich kann der Anbrand zur Tortur werden. Beim Lakeland Dark besteht die Gefahr nicht, denn die Flakes werden nun von Hand aufgerubbelt (ready rubbed, klar - denn eine Maschine dafür hat SG sicherlich nicht Laughing ) und dann in die SG-typische Rechteckdose verpackt.



Allerdings ist festzustellen, daß der Flakebruch sehr uneinheitlich ist: kleine, längliche Flakestreifen, dazu kleine breite, dann wieder halbe Blätter. Denke ich jetzt an STC (Orlik), MacBaren, HU-Tobacco, Huber und andere Manufakturen, die bekannt sind für beispielhafte Tabakbilder, so würde ich vermutlich den Kopf schütteln. Mache ich aber nicht, statt dessen starte ich die mittel-locker befüllte Pfeife, in die ich obenauf kleine, feine Tabakstücke gelegt habe. Sofern ich sie entdecke.



Anzünden. Zwei, drei Züge, ausgehen lassen, andrücken, nächster Befeuerungsgang. Ab da ist Ruhe mit der Zündelei.

Von Beginn an powered der Tabak, ganz voller Geschmack, dennoch irgendwie weich und sahnig. Anders als sonst, nehme ich die Pfeife öfter aus dem Mund, lege eine kleine Pause ein, ohne das sie ausgeht. Das verträgt der Lakeland Dark ganz gut, denn ihn muß man wirklich langsam rauchen. Er braucht Aufmerksamkeit. Und belohnt mit einem im wahrsten Sinne der Bedeutung satten Raucherlebnis.

Für mich ein echter Sonntagstabak, den ich gerne gelegentlich geniessen werde. Als Alltagstabak nur für Holzfäller oder Fallensteller zu gebrauchen. Er gehört somit in jede Virginia Tabakbar.

Samuel Gawith
Lakeland Dark
50g 12,85€

im gut sortierten Fachhandel und hier


Text + Fotos: Bodo Falkenried
Kamera: Sony Alpha 6000 mit Zeiss Sonnar® T* FE 35 mm F2,8 ZA

Logo Samuel Gawith: copyright of Samuel Gawith & Company, Ltd


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