30.11.2015, 11:04 Uhr
HU-Tobacco | Foundation by Musicò - Asmara Blend

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Die Deutsch-Italienische Ideenschmiede für nicht alltägliche Tabake - Foundation by Musicò aus Rom und HU Tobacco aus dem schwäbisch-bayerischen Reimlingen - und ihre zwei Protagonisten Hans Wiedemann und Peter Hemmer, servieren zur Pfeifenmesse in Speyer (17. Oktober 2015) mit dem ASMARA wiederum einen Tabak mit "Entwicklungsgeschichte". Peter Hemmer erzählt uns, wie der Asmara Blend entstanden ist.



Gut Ding will Weile haben... und wir wollten ja die Foundation by Musicò-Reihe von HU-Tobacco mit etwas sehr Gutem erweitern. Also viel Weile. Und eine recht interessante! Umso mehr freut es mich, dass Hans Wiedemann (HU-Tobacco) jetzt anlässlich der Show in Speyer den „Asmara“ als Zuwachs vorstellen kann.

Aber von Anfang an: Es ist schon ein paar Jahre her, dass Massimo Musicò (Foundation) und ich kurz vor der Lohmar-Show in Köln bei einem guten Freund eingeladen waren und dessen formidable Pfeifensammlung anschauen konnten. Der Hausherr öffnete irgendwann eine Dose eines mir vollkommen unbekannten Tabaks. Eine ziemlich alte Dose. „Sullivan Powell Gentleman's Mixture Original“ stand auf der Dose und darunter etwas kleiner: „A blend of the rarest Oriental & Virginian Tobaccos“. Eine Füllung habe ich geraucht, war sehr angetan und beim Abschied erhielt ich die noch fast volle Dose als Abschiedsgeschenk.



Wieder zuhause dann die zweite Füllung und die dritte und mit jeder Füllung wurde mir klarer, daß diese Gentleman's Mixture der raffinierteste Tabak war, den ich je geraucht hatte. Aber auch wenn ich mir die 50g Dose wirklich sorgsam eingeteilt hatte, irgendwann ging der Tabak zur Neige. Was also lag näher, als mit meiner Begeisterung irgendwann bei Hans anzuklopfen? Den Tabak hatte ich ihm so gut es mir möglich war beschrieben und ihm gefiel die Vorstellung von Orient und Virginia in perfekter Balance. Zu der sich aber – auch wenn es nicht explizit auf der Dose stand und unter Tabaksammlern heute umstritten ist – ein winziger Hauch von Latakia gesellte. Nur bettet sich dieser Hauch Latakia in der Gentleman's Mixture nach vermutlich 30 Jahren des Reifens geschmacklich vollkommen ein! Nicht mal ein kurzes Solo spielte er mehr und war trotzdem da.



Die Gentleman's Mixture, übrigens ein Sobranie-Produkt, war also die Antriebsfeder für unseren neuen „Asmara“. Das Faszinierende an dem Projekt war nun, zu sehen, wie Hans an die Aufgabe gegangen ist, denn er kannte ja nur meine Beschreibung! Und eine Kopie sollte es eh nicht werden, das wollten wir nie. Das wäre auch bei einem so alten gereiften Tabak schwerlich zu realisieren gewesen. Es ging eigentlich darum, eine Idee von einem Tabak, eine bestimmte Konzeption, neu und selber zu interpretieren. Und dabei war es vielleicht sogar ganz gut, dass Hans „mein“ Original gar nicht selbst geraucht hatte sondern nur die Idee kannte?



Die ersten „Asmara“-Proben wurden geraucht und weder Hans noch ich waren mit dem Ergebnis zufrieden, aber Hans voller Tatendrang. Am Anfang dachten wir noch, es läge am Mischungsverhältnis zwischen den Virginias und den Orientals, dass da immer die Raffinesse gefehlt hat, aber je mehr Proben Hans gemischt hatte, desto klarer wurde, dass zwar die Virginias gut gehen, aber die Orientals nicht mithalten konnten. Klar, alle konnte man rauchen, da war keine Version dabei, wo man hätte sagen müssen, das wäre misslungen, aber die Raffinesse, die wir angestrebt haben, die fehlte. Wir haben uns immer gefragt, ob wir sagen könnten, dass wir diesen Tabak unbedingt wieder rauchen wollten.




Im Nachhinein betrachtet, glaube ich, war es ein großer Vorteil, sich mit dem Tabak viel Zeit zu lassen und sich nicht terminlich unter Druck zu setzen: „Bis da und dahin muss er fertig sein und präsentiert werden“. Dann musste Hans ja eine Pause einlegen und als wir danach wieder telefonierten, einigten wir uns darauf, noch einmal eine Runde zu versuchen und wenn die nichts werden würde, das Projekt zu begraben. Allerdings verabschiedeten wir uns von der Vorstellung, sich nur auf Virginias und Orientals zu beschränken, und Hans ging, wie er es schon beim Indaba gemacht hatte, einen kleinen Umweg über einen zusätzlichen Würztabak um dem Ziel näher zu kommen: war's beim Indaba der Kentucky, der den Virginias unter die Arme greifen mußte, so ist es jetzt beim „Asmara“ der Perique, der den Orientals und Virginias auf die Sprünge hilft. Leise aber dezidiert.

So entstand ein Tabak, der ein absoluter Gratwanderer ist und sich nicht wirklich entscheidet, ob er nun ein Engländer ist oder doch eher im weitesten Sinn zur Virginia/Perique Fraktion tendiert. Besonders deutlich wurde mir das während des Testrauchens der Proben: Ich habe jede Probe aus einer Meerschaumpfeife, aus einer Virginia-Pfeife und aus einer Latakiapfeife geraucht. Das Ergebnis war unglaublich spannend, denn es gab Proben, die, obwohl sie sich eher in Nuancen unterschieden, ganz eindeutig in einer der Bruyèrepfeifen besser schmeckten als in der anderen. Nur eine Probe überzeugte immer, obwohl auch sie sehr unterschiedliche Charaktere an den Tag legte abhängig von der gewählten Pfeife. Und dabei hatte man immer das Gefühl, den Tabak in der „richtigen“ Pfeife zu rauchen und genau diese Probe wurde der neue „Asmara Blend“ - da waren wir uns sofort einig!

D
as Besondere am „Asmara Blend“ ist das subtile Spiel, das er mit dem Raucher anfängt und mit dem er dem Raucher sehr sehr viele Facetten eröffnet, wenn man nicht gerade auf der Suche nach sehr starken und dominanten Primäraromen ist und ihn kühl raucht.
Da sind die verschiedenen Orientals, die mit Unterstützung der Bright- und Red cured Virginias einen ganz fein gewebten weichen Teppich auslegen, der durch ein paar farbige Kontraste des Periques immer Aufmerksamkeit erregt. Und über diesen weichen Teppich tänzelt barfuß und auf Zehenspitzen federleicht das bisschen Latakia. So ergänzt der „Asmara Blend“ stilistisch perfekt die Foundation by Musicò Reihe in Hans' Sortiment!



Das einzige, was ich schade finde, ist, dass ich vielleicht keine Gelegenheit mehr haben könnte, den „Asmara Blend“ in 30 Jahren zu rauchen und zu schauen, wie er sich entwickelt... denn ich bin mir sicher, dass dieser Tabak ein großes Reifepotenzial hat!
Chapeau Hans! Und vielen Dank!

Herzliche Grüße
Peter Hemmer


Asmara
HU-Tobacco | Foundation by Musicò
Bezug nur online: HU-Tobacco
100g -19,10€
Einführungspreis: 18,60 € (solange Vorrat reicht)
frachtfrei ab 50€ Bestellhöhe

www.hu-tobacco.de






ENGLISH VERSION



Die Deutsch-Italienische Ideenschmiede für nicht alltägliche Tabake - Foundation by Musicò aus Rom und HU Tobacco aus dem schwäbisch-bayerischen Reimlingen - und ihre zwei Protagonisten Hans Wiedemann und Peter Hemmer, servieren zur Pfeifenmesse in Speyer (17. Oktober 2015) mit dem ASMARA wiederum einen Tabak mit "Entwicklungsgeschichte". Peter Hemmer erzählt uns, wie der Asmara Blend entstanden ist.

Some things take a while....and what we wanted to do was to extend with something good the Foundation by Musico series of HU-Tobacco. Consequently a lot of while, and quite an interesting one! I am more than just happy that Hans can introduce now the „Asmara“ as an addition on the occasion of the Speyer show.



But let’s talk about the start of it all: A couple of years ago Massimo and I were invited by Jörg in Cologne, prior to the Lohmar show and we had the pleasure to admire his formidable collection of pipes. At one point Jörg broke the seal of a tin of tobacco I had not heard of before. Rather an old tin. „Sullivan Powell Gentleman’s Mixture Original“ the label said and, right below in smaller fonts „A blend of the rarest Oriental & Virginian Tobaccos“. I smoked a bowl at Jörgs' and was very delighted. When we said goodbye, Jörg presented me with the tin practically full. Back home again I had the second bowl and the third, and with each bowl it doomed on me that this Gentleman’s Mixture was the most discerning tobacco I ever smoked before. Although I carefully rationed the tobacco, at one given point it was gone.



The obvious thing to do was to knock on Hans’ door and tell him about my enthusiasm. To the best of my ability I described the tobacco and Hans liked the idea of a perfect balance of Orient and Virginia. Plus a tiny hint of Latakia, even if that was not mentioned on the tin and remains controversial among tobacco collectors today. Although this tiny hint of Latakia in the Gentleman’s Mixture embedded itself completely after a curing time of probably 30 years! It was there all the same, without having been prominent in the least.



The Gentleman’s Mixture – by the way: a Sobranie produce – certainly was the driving force for our new „Asmara“. The fascinating thing about the project was to observe how Hans addressed the objective – he was guided by my description only! It should not become a mere copy, that was not our intention. Plus, it would have been difficult to realise with a view to such an old and matured tobacco. The focal point, rather, was to interpret an idea of a tobacco from scratch and all by ourselves. Having said that, maybe the good thing was that Hans never had smoked „my“ original previously but only had known the idea behind it.



The first „Asmara“ samples were smoked but neither Hans nor I were satisfied with the result, nonetheless leaving a lot of energy with Hans. At first we thought it was the ratio of mixture between Virginias and Orientals which resulted in a lack of refinement. But, the more samples were mixed by Hans, the more it became obvious that the Virginias were doing fine, the Orientals, however, could not keep up. Ok, they could all be smoked all right, there was no variant „unsmokable“ among them, but: it was the refinement that was missing, and that was what we were looking for. We always asked ourselves whether we could earnestly say we wanted to continue smoking that tobacco.

In retrospect I believe it was a great advantage to take a long time with the tobacco rather than to succumb to time pressure. And then, Hans had to take a break and when we spoke on the phone later, we agreed on giving it another go. If this would not lead to success, we would shelve the project for good. However, it must be mentioned that we refrained from the idea to restrict ourselves to Virginias and Orientals only. Consequently Hans took a little detour, like he did with „Indaba“, by using an additional zest tobacco to approach the objective. With „Indaba“ it was Kentucky that supported the Virginias. With „Asmara“ it is Perique giving the finishing touches to the Orientals and Virginias. Unobtrusive but determined.

That is how a tobacco was created, treading a tightrope and not giving away as to whether being English or – in the wider sense belonging to the Virginia/Perique fraction. This became very apparent to me during sampling the specimen: I smoked each sample in a Virginia pipe, a Latakia, a Meerschaum respectively. The result was unbelievably exciting, there were samples which, although differing in nuances only, tasted decidedly better in either one of each of the Briar-pipes.

Just one of all samples convinced always, although even that sample displayed rather different character depending on the pipe chosen. Each and every time it gave the feeling to have chosen the „right“ pipe to complement the tobacco. Exactly that sample specimen became the new „Asmara Blend“ – of that we were sure right away!



The subtle characteristics of „Asmara Blend“ offer a great variety of facets to the smoker, unless one is looking for very strong and dominating primary flavours. It must be smoked gently. There are the different Orientals, laying a very fine carpet, supported by Bright- and Red cured Virginias plus a few coloured contrasts of Perique. This will arouse attention inevitably. Tip -toeing over this soft carpet there is the hint of Latakia. This is how „Asmara Blend“ complements in perfection the Foundation by Musico range in the assortment of Hans.



The only thing I regret, though: probably I won’t have the opportunity to smoke „Asmara Blend“ in 30 years’ time to assess how it ages... I am certain, this tobacco has a really big potential to age gracefully.

Hats off, Hans! And Cheers to you.

Best regards
Peter Hemmer

Translation: Heinz Schwarzkopf




Asmara
HU-Tobacco | Foundation by Musicò
online orders only: HU-Tobacco
100g -19,10€
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