| Heute Online |
| admin, Andreas Harm, Dirk, Donald, Dr.Mike, Frank C., Gagravarr, highlander, Jos, Markus, myxin, Peter, rpk, Steve-Ngo, Volker Schmidt, wolf294 |
|
|
 |
 |
 |
| 29.01.2010, 06:10 Uhr |
| Licht der Provence: Marcel Pagnol |

Kaum eine Landschaft kann in ihrer Bedeutung so klar mit drei Begriffen in Verbindung gebracht werden wie die Provence. Jenes alte Kulturland aus griechischer Zeit, das-später- von den Lateinern romanisiert und nun in moderner Welt auch in Deutschland seit Gründung der Zeitschrift "Zeit" zum Sehnsuchtstempel von Lehrern, Abiturienten, Architekten, Hobbyköchen und Hobbymalern wurde, die Hobbyfotografen nicht zu vergessen: das spezielle unvergleichliche Licht, der Lavendel und Petrarca. Leuchtkräftige Farben und der mittelmeergestählte blaue Himmel, oftmals gepeitscht vom Mistral, lockten spätere Malerheroen wie Cézanne, van Gogh, Chagall, Matisse, Picasso, Renoir und Monet hin zum Licht der Provence, schufen den modernen Mythos. Der italienische Dichter Francesco Petrarca lebte zeitlebens in der Provence, wenn er auch ein "europäischer" Reisender war. Man lese unbedingt seine "Besteigung des Mont Ventoux" aus dem Jahre 1336.
Ein provencalischer Freund, Antiquitäten- und Kunsthändler, begnadeter Koch und wundervoller Gastgeber, der eines meiner Lieblingsrezeptbücher mit kulinarischen Kompositionen aus der Küche des Lichts und der Düfte verfasst hat, machte mich vor langer Zeit mit den Werken eines anderen großen Provencalen bekannt: Marcel Pagnol (1895-1974), Dichter, Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur. Die in Deutschland wohl bekanntesten Werke sind seine liebevollen Romane über Kindheit und Erwachsenwerden in der Provence, sie schildern eine einfache, (fast) heile Welt, in der alle Erfahrungen, Abenteuer und selbst Erlebnisse und Begebenheiten von scheinbar trivialer Natur in unmittelbarem Zusammenhang, ja unauslösbar mit der Provence verwoben sind. Und mit der Familie, die -wie für alle Menschen des Südens- Mittelpunkt eines Lebens ist.
Marcel Pagnol`s Romane sind in Zeiten von Dan Brown, Ken Follet, Michael Crichton und anderen schnellschreibenden Auflagemillionären nahezu in Vergessenheit geraten, sind sie doch eingebettet in eine Landschaft und in die literarische Vermittlung von kleinen, scheinbar unbedeutenden Ereignissen. Moderne Rezensenten sprechen da gerne von "Lokalkolorit", ein Wort, das meistens abwertend verwendet wird. Für Pagnol`s Provenceerinnerungen allerdings ist es eher Auszeichnung.
Alle Jahre lese ich sie wieder und erfreue mich an einer Literatur und Sprache, die fast schon antiquiert wirken, aber neben dem wohligen Lesevergnügen ein Gefühl schaffen, in die Erfahrungen des Autors eingebunden zu sein.
Marcel Pagnol
Zyklus: Eine Kindheit in der Provence, verfasst 1957-1959
- Der Ruhm meines Vaters (La Gloire de mon père)
- Das Schloss meiner Mutter (Le Château de ma mère
- Marcel und Isabelle - Die Zeit der Geheimnisse (Le Temps des secrets)
Die Wasser der Hügel (Manon des sources), verfasst 1964
Spannender Roman über den Besitz einer Wasserquelle und damit in Verbindung stehenden Verbrechen
Alle Romane gibt es bei Amazon, ich möchte unbedingt auf die Romanverfilmungen von Yves Robert (Ruhm" und "Schloß") hinweisen, die als 2-DVD Set bereits für ca. 7€ angeboten werden und auf den Film "Wasser der Hügel" mit Yves Montand
Bodo Falkenried |
|
 |
 |

|
|
 |
|
|
|