30.08.2008, 10:53 Uhr
Früh-Folgen eines Interviews, Spät-Folgen absehbar

Angeregt durch das Interview von Heinz Schwarzkopf mit Pfeifenmacher Bertram Safferling , der im April Werkstatt und Showroom näher zur Brennerautobahn hin verlegt hat, führte mich ein völlig unerwarteter Zufall (sonst wäre es ja auch keiner) auf der Rückreise von Italien an der Autobahnausfahrt Neumarkt / Egna, dem Beginn der Südtiroler Weinstrasse, vorbei. Knapp 30 Kilometer vor Bozen gelegen, bietet es mindestens zwei Gründe, die Autobahn zu verlassen und einen Halt einzulegen.

Der erste ist das schöne, neue Pfeifenstudio von Bertram, ein wenig versteckt gelegen in der Mitte der langen Laubengasse, aber der freundliche Carabiniere, der mit amtsgeborener Autorität den Abbau des Wochenmarktes beaufsichtigte, wußte mit klarer Antwort sofort, wo man den Pfeifenmacher findet. Typische Antwort: nicht 20-30m weiter links, sondern hinter der Osteria, so sein Hinweis. Wir waren immer noch in Italien.

Das Pfeifenstudio befindet sich in einem der unter Laubengängen zugänglichen mittelalterlichen, venezianisch geprägten Häuser. Ein ansprechendes Schaufenster und die geöffnete Tür -in einen mächtigen Rundbogen eingepaßt- laden, ja fordern zum Eintritt auf.

Allfällige Begleitungen, die die notwendige Muße beeinträchtigen würden, die der geneigte Pfeifenfreund nun benötigt, können bequem geparkt werden in einem hübschen Café schräg gegenüber Bertram`s Studio (von dort keine Einsehmöglichkeit, da die Tische bei einem 90 Grad Blickwinkel am Ende der Halbgeraden G liegen).



Bertram und ich hatten uns bisher nicht persönlich kennengelernt, so daß er meine Frage nach Pfeifen von Vauen, Oldenkott oder Denicotea mit einer Preisvorstellung von höchsten 30-40 Euro ernst nehmen mußte. So ganz der Tourist, der im Urlaub mal eben den Entschluß gefasst hat, sich eine Pfeife zu kaufen. Freundlich wies er auf die mit einer Glasplatte versehene Ladentheke hin, in der einige ansehnliche Estates ausgestellt waren. Damit könne er dienen, nicht aber mit den gewünschten Herstellern. Ansonsten nur mit selbst hergestellten Pfeifen und einige von befreundeten Pfeifenmacherkollegen. Ich beendete sodann die Touristenposse, stellte mich vor, der folgende Blick Bertram`s sagt eigentlich alles:



Ein Großteil seiner Pfeifen waren soeben unterwegs zu einer Veranstaltung, so daß das Angebot an Safferling-Pfeifen ein wenig sparsam war. Allerdings habe ich mich spontan für diese hier entschieden,


Safferling Freehand # 859.1

währung ich die folgende Schöne für Interessenten aus dem Forum mitgebacht habe, die dann die Versandkosten sparen können. Ich bitte um Verständnis, dass diese Pfeife nur für Mitglieder verfügbar ist. (Pfeifendaten hier auf der Safferling Homepage).




Safferling Freehand # 977.2

In zwei Glasvitrinen zeigt Bertram wunderschöne Pfeifen seiner Kollegen Hermann Hennen (erstaunliche Fortschritte, -handwerkliche wie auch künstlerische), Oliver Camphausen (darunter eine herrliche, helle, lupenreine Vulcano mit Cumberland-Mundstück zu einem sehr attraktiven Preis) und beeindruckende Objekte von Reiner Thilo

Ein Pfeifenmacher zum "anfassen": Bertram Safferling, stilechter Künstler, dessen schön patinierte Lederschürze den direkten visuellen Bezug zur offen einsehbaren Werkstatt mit hervorragender maschineller Ausstattung darstellt. Das ein solches Kreuzdeckengewölbe inspiriert, mag ich wohl glauben.

Bertram Safferling und Bodo Falkenried:
aktives, anstrengendes Verkaufsgespräch



Für Italienreisende oder Forianer aus dem grenznahen Österreich sollte zukünftig ein Stopp bei Bertram Safferling zur Pflicht werden. Erstens ist es absolut kein Umweg, wenn man die Brennerautobahn eh benutzt, zweitens liegen Trient, Bozen und Meran nur einen Katzensprung entfernt und dann sind Safferling-Pfeifen in ihrer schlichten Pefektion am besten "live" zu würdigen.

Bitte beachten: in der Regel schließt Bertram den Showroom um 14:00 h, damit er anschliessend ungestört arbeiten kann. Es empfiehlt sich also, vorher anzurufen, wenn man ihn zu späterer Zeit besuchen möchte.

Ach ja, es fehlt noch der zweite Grund, um in Neumarkt zu unterbrechen: unmittelbar vor dem Pfeifenstudio befindet sich eine Osteria mit gehobener Mittagsküche, deren Steinpilzcarpaccio mit Ölivenöl den gesamten Laubengang mit Duft erfüllte, Bigoli mit Trüffeln oder Penne mit Bachforellen-Filet und frisch gemörsertem Pfeffer ein achtloses passieren unmöglich machten. Den kühlen Wein lasse ich jetzt ebenso unerwähnt wie den Namen der Örtlichkeit, damit ich in Bälde, auf meinem regelmäßigen Weg von München zum Gardasse, nicht vorher einen Tisch reservieren muß.

Die Laubengasse in Neumarkt / Egna : beschaulich und typisch
für das Bozener Unterland:





Bodo Falkenried
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