06.01.2009, 15:41 Uhr
SG Kendal Plug | die Königsklasse


Ein Fall für den Daniel Jud Plug Cutter oder ein superscharfes Laguoile, allerdings verrichtet auch ein preiswertes Opinel gute Dienste: der Kendal Plug von Samuel Gawith. Die Urmutter der Lakeland Tabake. Ein unverzichtbarer Bestandteil für die Vorräte eines Virgiania Flake Liebhabers, allerdings sollte dieser einiges an Erfahrung mit solchen Tabaken mitbringen. Über den traditonsreichen englischen Hersteller Samuel Gawith findet sich näheres hier im Forum.

Plugs sind für viele ambitionierte Raucher die Königsklasse, so auch für den Rezensenten. Und der naturreine Kendal Plug liegt da unangefochten an der Spitze, wenn auch der Full Virginia Plug aus gleichem Hause dicht folgt.

Der Kendal Plug ist ein Block aus reinem Virginia, geschnitten würde er als Flake angeboten werden. Zwar ist er von besonderer Stärke, was sich insbesondere am Ende eines Rauchgangs schwer bemerkbar macht, allerdings fehlt ihm jegliche naturfremde Geschmacks- und Geruchtsnuance. Es gibt verschiedene Wege, um einen Plug rauchfertig zu machen, denn hier kann man nicht einfach eine Dose öffnen und die Pfeife befüllen. Es bedarf einiger, sehr lohnenswerter Vorbereitungen.



Zunächst benütze ich den Vintage Forum Cutter in der getunten Version von Wolfgang (wolf294) und schneide zwei kleine Scheiben (1) herunter. Diese reichen ca. 2 Stunden in einer mittelgroßen Pfeife, wie z.B. diese Stanwell Calabash, die ich soeben mit Kendal Plug befüllt rauche:





Mit einem sehr scharfen Messer schneide ich die zwei Scheiben (1) in kleine Streifen (2) und anschliessend diese in Würfel (3). Die Würfel (chen) lasse ich dann einfach die Rauchkammer "rieseln" und drücke sie leicht Schicht um Schicht an, nicht zu fest, denn sie quillen ein wenig nach dem anzünden.

Sorgsames anrauchen ist empfohlen und bloß kein hektisches Saugen und Ziehen. Mehr denn je gilt bei Plugs ein langsames Rauchen als Erfolgsgarant. Wie immer, nach dem ersten Zünden und einigen Zügen leicht andrücken, neu befeuern.... und dann in eine unvergleichliche Genußwelt versinken. Der Tabak, wenn nach wenigen Minuten die Betriebstemperatur erreicht ist, schmeckt wundervoll nussig - ohne vordringliche Süße, keine Schärfe, ein wenig Virginia-Heu dringt durch. Das Geschmacksverhalten ändert sich erst ganz zum Schluß, wenn die Tabakstärke in den Vordergrund drängt. Übrigt bleibt eine hellgraue, sehr feine Asche, von Kondensat keine Spur, die Pfeife vollständig trocken.

Der Kendal Plug ist für Virginia-Liebhaber unumgänglich, wenn er auch sicherlich kein Alltagstabak ist. Und man muß die Vorbereitungszeremonie mögen, die unbedingt zum Raucherlebnis dazugehört.

Leider gibt es den Kendal Plug nicht in Deutschland. Ob Synjeco oder der deutsche Nachfolger ihn führt, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kaufe ihn bei 4noggins und halte immer ein größeren Vorrat. Da ich ständig nach diesem Tabak gefragt werde, biete ich für Forenmitglieder hier eine Möglichkeit, den Kendal Plug kennenzulernen. Und zwar in der von mir bevorzugten gebackenen Variante, die den Tabak noch im einiges verbessert - in jeder Hinsicht.

Samuel Gawith Kendal Plug
www.4noggins.com


Bodo Falkenried 06.01.2009
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