04.03.2009, 20:48 Uhr
Samuel Gawith | Full Virginia


Samuel Gawith aus Kendal im Lake District - daher der Begriff Lakeland Tabak - ist der legendäre Hersteller des Full Virginia, der wie kein anderer aus der breiten Produktpalette der 1792 gegründeten Manufaktur das Herz der Liebhaber naturreinen Flakes höher schlagen läßt, mehr noch als der seines Bruders, des Kendal Plugs. Er ist ein Virginia der reinsten Art, egal, in welcher seiner 3 Aufmachungen er genossen wird. Sei es als Plug oder als Flake in der Rechteckdose oder als Flake in der Bulk-Version. In jedem Fall handelt es sich um naturreinen Virginiatabak, der durch maschinelle Pressung "verbäckt" und fermentiert wird. Unterstützt ist der Fermentierungsprozeß durch Hinzusetzung von Wasserdampf, je länger dieser Fermentprozeß dauert, je stärker ist der freigesetzte Zucker, der für eine starke Süße des Full Virginia sorgt.

Der Favorit unter den drei Versionen ist eindeutig der Plug, der in versiegelten Stanniolbeuteln geliefert wird.


Zuckerkristalle an der Tabakblock-Oberfläche sind üblich, auf dem Foto deutlich zu sehen.

Die Blöcke sind in der Regel 5 x 3 cm stark, können aber variieren. Sie sind relativ hart und müssen zunächst geschnitten werden. Ich verwende dazu den Forum Plug Cutter in der getunten Version von Wolfgang, der meinem Lagouile-Messer deutlich überlegen ist. Für die abgebildete Ser Jacopo mit großem Füllvolumen benötige ich zwei Scheiben des Plugs, eine Scheibe ist auf dem Foto zu sehen. Dann kommt doch noch das Messer zum Einsatz, mit dem ich die Scheiben mehrmals längs und quer schneide, bis lediglich ganz kleine Würfel übrigbleiben. Diese lasse ich einfach in den Pfeifenkopf rieseln und drücke nur ganz leicht an. Die große Ser Jacopo ist mit zwei Scheiben gut 2/3 Drittel gefüllt, das reicht für mindestens 2einhalb bis 3 Stunden Rauchopfer und der Tabak hat gut Platz, um sich nach der Erwärmung auszudehnen.
Das Anzünden mag für Plug-Neulinge etwas schwierig sein. Nach dem ersten Zünden und 3-5 leichten Zügen den Tabak wieder ausgehen lassen, sachte nachstopfen, dann erneut anbrennen uund auf guten Flächenbrand achten, ggfs. Prozedur wiederholen. Wenn dann der Brand zufriedenstellend ist, zurücklehnen (vorher hinsetzen!) und sich selbst und das nun beginnende Geschmackswunder bestaunen. Jeder kleine Würfel in der Pfeife ist eine Virginiabombe für sich, vollmundig, süßlich ohne pappig zu sein und sehr kräftig, auch was das Nikotin angeht und vor allem: völlig naturrein. Es gibt kein casing (wie vielfach behauptet), kein künstliches Flavour, nichts dergleichen. Was man schmeckt und riecht ist der reine, lediglich fermentierte Tabak. Es ist darauf zu achten, ihn langsam zu rauchen, um übergroße Hitzeentwicklung zu vermeiden. So bleibt der Genuß unverändert bis zum letzten Zug, der einen reinweißen Ascherest hinterläßt. Zwar bin ich versucht, jetzt alle die Geschmacks- und Duftnuancen zu beschreiben, die ich glaube, zu empfinden. Ich erspare das den Lesern und rate einfach zum Selbstversuch. Lediglich eine Anmerkung: wem das Vorbereiten von Tabak und Pfeife zu umständlich ist, lasse es bleiben, er wird keine Freude am Plug haben. Denn ohne diese Notwendigkeiten schmeckt der Plug nicht einmal halb so gut. und damit sind wir bei einer akzeptablen Alternative, wenn ich sie auch nicht mit der gleichen Begeisterung aufzeige: dem Full Virginia Flake.



Es gibt ihn in einer 50 g fassenden Rechteckdose (seit geraumer Zeit auch in der BRD) und als deutliche preiswertere Bulkversion. Während diese die für einen Flake recht dünnen, rechteckigen Scheiben ziemlich durcheinander enthält, ist der Tabak in der Dose flakeüblich geschichtet, wenn auch nicht so fein, wie wir es vom F&T Vintage, dem Orlik Golden Sliced, Penzance, Erinmore Flake u.a. gewohnt ist. Teilweise sind die Scheiben nicht einmal gleich lang. Sicher hat das keine geschmacklichen Auswirkungen, aber das Auge ißt bekanntlich mit. Der Tabak wird mit Knick / Falt gestopft und brennt natürlich leichter an als der Plug. Geschmacklich kommt er mir nicht ganz so intensiv naturrein / süß / kräftig vor wie der Plug, was erklärlich ist und sich auch von der Schneidetechnik her ableiten läßt. Der Abbrand ist wunderbar, herrliche Virginiasüße füllt den Gaumen - und den Raum. Je länger der Tabak glüht, umso runder, vollmundiger und befriedigender wird sein Geschmack. Der Unterschied zum Plug erschließt sich nur dem erfahrenen Plug-iator, so daß die Flakeversion eindeutig zu empfehlen ist, wenn es darum geht, den wohl besten Full Virginia auf diesem Globus zu genießen und die behaupteten höheren Weihen des Plugs nicht im Vordergrund stehen.
Die Flake Bulkversion, in Deutschland nicht erhältlich, hat deutliche Preisvorteile, erhältlich bei Synjeco in der Schweiz oder in den USA bei 4noggins.
Wem der Flake zu kräftig, zu süß oder sonstwie unbehaglich ist, kann auch den SG Best Brown Flake probieren, der aus den gleichen Tabaken besteht, aber einer kürzeren Fermentierungsdauer unterzogen wird

Full Virginia Flake Bulk - ein erheblicher Preisvorteil


Ich habe für das Review eine Dose FV Flake geöffnet, zwecks Fotos. Die haben wir im Forum herumrumgehen lassen. 5 Forianer konnten den Tabak testen. Das Ergebnis ist im Forum zu finden.

Full Virginia Flake - 50 g Dose
ca. € 11,00

Bodo Falkenried
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